Am 9. August 2017 eröffnete das Casino Admiral in Ruggell als erste Spielbank in Liechtenstein seit über 150 Jahren seine Pforten. (Foto: Nils Vollmar)
Wirtschaft
Liechtenstein|09.08.2018

Ein Jahr Casino in Liechtenstein: Hohe Umsätze und 639 Sperren

RUGGELL - Vor exakt einem Jahr, am 9. August 2017, öffnete mit dem Casino Admiral in Ruggell die erste Spielbank nach einem jahrelangem Konzessionsstreit. Geschäftsführer Michele Marinari sprach mit dem "Volksblatt" über Ausbaupläne, Konkurrenz und Spielsucht. 

Am 9. August 2017 eröffnete das Casino Admiral in Ruggell als erste Spielbank in Liechtenstein seit über 150 Jahren seine Pforten. (Foto: Nils Vollmar)

RUGGELL - Vor exakt einem Jahr, am 9. August 2017, öffnete mit dem Casino Admiral in Ruggell die erste Spielbank nach einem jahrelangem Konzessionsstreit. Geschäftsführer Michele Marinari sprach mit dem "Volksblatt" über Ausbaupläne, Konkurrenz und Spielsucht. 

"Volksblatt": Das Casino Admiral ist nun ein Jahr auf dem Liechtensteiner Markt vertreten – war es den langen Rechtsstreit um eine Konzession beziehungsweise Bewilligung wert?

Michele Marinari: An Weihnachten 2010 haben wir damals angefangen die Konzessionsunterlagen zu erstellen und heute, beinahe acht Jahre später, kann man sagen, dass es sich gelohnt hat. Wir sind zwar aktuell noch in einem Provisorium, das wird sich jedoch auch dieses Jahr noch ändern.

Genau, wie angekündigt investiert die Casino Admiral AG gleich wieder in ein grösseres Casino: Vom "Kokon" geht es ins "Kokon 2", wo der Spielbank eine grössere Fläche zur Verfügung steht. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Die Planung verläuft zufriedenstellend, wir sind insbesondere mit der hohen Qualität der lokalen Unternehmer sehr zufrieden. Wir investieren einige Millionen in einen topmodernen Betrieb. Dieser wird im deutschsprachigen Raum mit seinem modernen Automatenpark sicherlich neue Massstäbe setzen. Auch legen wir sehr viel Wert auf die Mitarbeiternebenräume und gehen auch hier neue Wege, um den Arbeitsplatz attraktiv, modern und zeitgemäss zu gestalten.

Liechtenstein scheint tatsächlich ein attraktiver Standort für Casinos zu sein: In nicht einmal einem halben Jahr erzielten die Spielbanken mit 14,3 Millionen Franken offenbar deutlich höhere Bruttospielerträge als gedacht – und leisteten statt der erwarteten 1 Million eine Geldspielabgabe von 5,1 Millionen Franken. Wie erklären Sie sich diese deutliche Abweichung?

Die Abweichung ist einfach zu erklären: Mit dem Systemwechsel hat die Regierung eine theoretisch unbeschränkte Anzahl an Bewilligungen ermöglicht, im Wissen genau dieser Faktoren haben wir eine entsprechend konservative Planung getätigt.

Um wie viel Prozent fiel der Umsatz des Casinos Admiral denn höher aus als erwartet?

Die Umsatzzahlen sind bedeutend positiver als ursprünglich angenommen, andererseits sind die Aufsichtskosten und die Betriebskosten zum Teil höher als geplant.

Gerüchteweise hört man immer wieder von Casino-Plänen im Land. Was wäre, wenn tatsächlich noch weitere Mitbewerber auf den Markt treten?

Dies ist natürlich nie auszuschlies­sen, die Standortproblematik ist jedoch nicht zu unterschätzen. Geeignete Standorte sind in einem so kleinen Land an einer Hand abzuzählen. Auch müsste ein allfälliger zusätzlicher Mitbewerber sehr genau rechnen, da ja bereits jetzt zwei Betriebe erfolgreich im Markt positioniert sind.

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