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Liechtenstein|08.08.2018 (Aktualisiert am 08.08.18 14:24)

Wenn die Mutter mit dem Schwiegersohn ...

VADUZ - Ein kurioser Fall wurde am Mittwoch vor dem Landgericht verhandelt: Den drei Angeklagten - einer liechtensteinischen Mutter, deren Tochter und dem albanischen, früheren Ehemann der Tochter und jetzigem Freund der Mutter - wird vorgeworfen, dem damals in Griechenland wohnhaften Albaner über eine Scheinehe den rechtswidrigen Aufenthalt in Liechtenstein ermöglicht zu haben.

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VADUZ - Ein kurioser Fall wurde am Mittwoch vor dem Landgericht verhandelt: Den drei Angeklagten - einer liechtensteinischen Mutter, deren Tochter und dem albanischen, früheren Ehemann der Tochter und jetzigem Freund der Mutter - wird vorgeworfen, dem damals in Griechenland wohnhaften Albaner über eine Scheinehe den rechtswidrigen Aufenthalt in Liechtenstein ermöglicht zu haben.

Laut der Anklageschrift soll die Mutter ihre Tochter überredet haben, mit dem Albanen eine Scheinehe einzugehen. Bereits Ende April mussten sich die drei Angeklagten deshalb vor Gericht verantworten, am Mittwoch wurden nun weitere Zeugen zu der komplizierten Dreiecksbeziehung vernommen. So sollen sich die Tochter, die mittlerweile kurz vor einer Geschlechtumwandlung steht, und der Angeklagte im Urlaub in Griechenland, an dem auch die Mutter teilnahm, kennen und lieben gelernt haben - kurze Zeit später kam er zu Besuch auf Liechtenstein. Darauf folgte wenig später die Heirat und bald wieder die Scheidung. Erst dann sei die Beziehung zwischen der ehemaligen Schwiegermutter und dem Albaner intensiver geworden - aus der Schwiegermutter wurde die Partnerin. Aus der Ex-Frau bald ein Ex-Mann.

Das Leben eben

"Eine Geschichte, wie sie das Leben eben schreibt", meinte eine der am Mittwoch befragten Zeuginnen dazu wenig beeindruckt. Die Kollegin der Mutter habe das zwar schon "speziell" gefunden, aber die beiden würden gut zusammenpassen. "Sie haben sich gehalten und in die Augen gesehen - man hat gewusst, dass die zwei zueinander gehören", schilderte auch eine zweite Zeugin und Freundin der Mutter dem Gericht. Der Aufenthaltstitel des Angeklagten sei dagegen in ihrer Gegenwart kein Thema gewesen.

Das bestätigte eine weitere Zeugin, welche mit der Tochter lange Zeit über das Internet befreundet und später sogar verlobt war: "Es war auch Thema, dass sie nach Griechenland zieht. Allerdings wollte sie das nicht, weil sie sich in Liechtenstein ein Leben aufgebaut hat." In den Augen der Deutschen war die Beziehung zwischen der angeklagten Tochter und dem Albaner jedoch echt. Sie habe ihn geliebt und nach der Trennung grossen Liebeskummer gehabt. Die Zeugin, die selbst vor einer Geschlechtsumwandlung zum Mann steht, wüsse erst seit kurzem von der Beziehung zwischen dem Albaner und seiner früheren Schwiegermutter.

Noch mehr Zeugen geladen

Zu einem Urteil kam es am Mittwoch noch nicht, die Schlussverhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Dann sollen weitere Zeugen befragt werden. Der Staatsanwalt, der sich skeptisch zeigte, wollte unter anderem noch Mitarbeiter des Standesamts befragen.

(df)

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