Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Xaver Jehle testet die neue Pedalpumpe gleich selbst: 1000 Liter in einer Viertelstunde sollen möglich sein. (Fotos: ZVG)
Sommergespräch
Liechtenstein|25.07.2018 (Aktualisiert am 25.07.18 12:08)

«Mister Murungu, können Sie mir helfen?»

SCHAAN/HARARE - Xaver Jehle ist nicht nur für seine deutlichen Worte über die Tunnelsanierung Gnalp-Steg bekannt – auch setzt er sich seit vielen Jahren in Afrika mit Tat und Kraft zur Verbesserung der Infrastruktur ein. Was er in Simbabwe alles erlebte, hat er im Gespräch mit dem «Volksblatt» berichtet.

Xaver Jehle testet die neue Pedalpumpe gleich selbst: 1000 Liter in einer Viertelstunde sollen möglich sein. (Fotos: ZVG)

SCHAAN/HARARE - Xaver Jehle ist nicht nur für seine deutlichen Worte über die Tunnelsanierung Gnalp-Steg bekannt – auch setzt er sich seit vielen Jahren in Afrika mit Tat und Kraft zur Verbesserung der Infrastruktur ein. Was er in Simbabwe alles erlebte, hat er im Gespräch mit dem «Volksblatt» berichtet.

«Nur wenn man dort ist, dann kann man auch wirklich helfen»: Unter diesem Motto reist Xaver Jehle mehrmals im Jahr nach Afrika – genauer gesagt nach Simbabwe ins Umland der Hauptstadt Harare. Dies meist im Winter, wenn ihm «hierzulande in der Kälte die Knochen zu sehr knacken». Dort, wo die Menschen noch vermehrt in Rundhütten leben, es vielfach keine richtigen Strassen und nur wenige Fahrzeuge gibt, ist Jehle oft mit dem Motorrad unterwegs. Nicht «maulaffig» – sondern um zu helfen. So setzt er an verschiedenen Orten Infrastrukturverbesserungen um. Auch vor grösseren Projekten schreckt der Schaaner Ingenieur nicht zurück. So wird unter seiner Leitung momentan eine 50-Meter-Brücke gebaut, die Kindern den Schulweg gerade bei Hochwasser erleichtern soll.

Der «Brunnen-Mann» in Simbabwe

Hinzu kommen unzählige Brunnen, die er gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung schon gebohrt, repariert und verbessert hat. Davon hat er dem «Volksblatt» viele Fotos und noch mehr Geschichten mitgebracht. Er zeigt auf eines davon, das ein sogenanntes «Rhodesien-Borehole» zeigt – kreisrunde, mit Beton ausgekleidete Löcher im Boden, aus denen Wasser geschöpft werden kann. Diese hätten die Weissen – in der Region umgangssprachlich «Murungu» genannt – früher überall im Land errichtet. «Doch das ist längst vorbei», wie Xaver Jehle erwähnt. «Solche Brunnen werden höchstens noch für die Familien der Machthaber gebaut.» Heute sind die in die Jahre gekommenen Rhodesien-Bohrlöcher vielfach beschädigt. Einen Sack Zement für die Reparatur könnten sich die Anwohner nicht leisten. Hier spring Xaver Jehle ein: «Zwei Tage Arbeit und 100 Dollar, dann ist der neue Brunnen fertig!»
Und wer finanziert dies? «Vor allem ich selbst», sagt der Tunnelbauer. «Aber es gibt glücklicherweise immer wieder Privatpersonen oder Firmen, die mich mit Beiträgen unterstützen.» Er holt ein weiteres Foto hervor, auf dem ein paar karge Gebäude zu sehen sind: eine Klinik. Rund 100 Personen besuchen sie täglich. Der Schaaner hat dort ein Verteilsystem installiert, damit es auch im Hausinnern Wasser aus dem Hahn gibt – und sich Ärzte wie Patienten die Hände waschen können. «Toilettenpapier ist der Gegend halt nicht so gebräuchlich», ergänzt Jehle. «Die Gefahr vor Seuchen deshalb gross.»

"Die Leute arbeiten gerne mit und ich gebe mein Wissen ebenso gerne weiter."

Xaver Jehle

Plus - Artikel

Sie erwarten 7 Absätze und 957 Worte in diesem Plus-Artikel.
(hm)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Vermischtes
Schweiz|23.07.2018
Orlando Bassi: «30 bis 40 Prozent der Perücken am Broadway sind unsere»
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung