Bei Flussaufweitungen treffen die verschiedensten Interessen aufeinander, weiss auch Emanuel Banzer, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz. «Aus der spezifischen Warte des Flussbaus», wie er betont, sie eine Aufweitung die optimalste Lösung. Allerdings ist diese auch nicht gerade günstig. (Foto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|26.07.2018 (Aktualisiert am 30.07.18 13:43)

Emanuel Banzer: «Flussaufweitungen können möglicherweise zusätzliche Chancen bieten»

VADUZ - Emanuel Banzer, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz (ABS), darüber, welches die grössten Naturgefahren für Liechtenstein sind – und wie ihnen begegnet werden kann.

Bei Flussaufweitungen treffen die verschiedensten Interessen aufeinander, weiss auch Emanuel Banzer, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz. «Aus der spezifischen Warte des Flussbaus», wie er betont, sie eine Aufweitung die optimalste Lösung. Allerdings ist diese auch nicht gerade günstig. (Foto: Paul Trummer)

VADUZ - Emanuel Banzer, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz (ABS), darüber, welches die grössten Naturgefahren für Liechtenstein sind – und wie ihnen begegnet werden kann.

«Volksblatt»: Welche Naturkatastrophe würde in Liechtenstein prinzipiell die grössten Schäden anrichten?

Emanuel Banzer: Wenn man vom grösstmöglichen Schaden ausgeht, ist bei uns im Rheintal ist das Erdbeben die Naturkatastrophe schlechthin. In einem solchen Fall werden wir möglicherweise auch Menschenleben zu beklagen haben.

Wie wahrscheinlich ist es, dass es zu einem solch starken Beben kommt?

Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Aber wir müssen statistisch gesehen alle 500 Jahre mit einem Erdbeben rechnen, das Schäden in grösserem Umfang mit sich bringt. Grund hierfür ist die speziellen geologischen Konstellation: Der Rheintalgraben stellt eine Nahtlinie dar, an der sich tektonisch bedingte Spannungen von Zeit zu Zeit in Form von Erdbeben ruckartig abbauen. .

Inwiefern kann man sich auf ein solches Erdbeben vorbereiten - und ist Liechtenstein vorbereitet?

Man kann sich in zweierlei Hinsicht darauf vorbereiten. Zum einen durch erdbebensicheres Bauen. . Es empfiehlt sich unbedingt, die im Baugesetz hierfür vorgesehen Bestimmungen bei Neubauten umzusetzen. Bei Bauten mit einer besonderen Kritikalität hat das Amt den Auftrag, diese im Hinblick auf ihre Erdbebensicherheit zu prüfen. Zum anderen besteht die Möglichkeit sich entsprechend zu versichern. Das Versichern von Erdbeben ist ein latentes Thema, weil in der ordentlichen Elementarschadenversicherung der Erdbebenfall nicht berücksichtigt wird. Wie bereits erwähnt bestehen zwischenzeitlich Möglichkeiten, sich im Rahmen von Zusatzversicherungen eigenverantwortlich auf den Erdbebenfall vorzubereiten. Angesichts des Risikos liegt es aber im Interesse des Staates, dass Erdbebenschäden durch die obligatorische Elementarschadenversicherung abgedeckt werden. So weit sind wir allerdings noch nicht.

«Angesichts des Risikos liegt es aber im Interesse des Staates, dass Erdbebenschäden durch die obligatorische Elementarschadenversicherung abgedeckt werden. So weit sind wir allerdings noch nicht.»

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