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Liechtenstein|10.07.2018 (Aktualisiert am 10.07.18 11:15)

OKP-Kosten wegen Sondereffekten gesunken

SCHAAN - Die Bruttokosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) sind per Mai 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent gesunken, wie der Liechtensteinische Krankenkassenverband (LKV) am Dienstag mitteilte. Allerdings gab es im Spitalbereich Sondereffekte. Rechnet man diese heraus, ergibt sich eine reale Kostenentwicklung von rund einem Prozent Plus.

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SCHAAN - Die Bruttokosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) sind per Mai 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent gesunken, wie der Liechtensteinische Krankenkassenverband (LKV) am Dienstag mitteilte. Allerdings gab es im Spitalbereich Sondereffekte. Rechnet man diese heraus, ergibt sich eine reale Kostenentwicklung von rund einem Prozent Plus.

So sei der Grossteil der tieferen Spitalkosten darauf zurückzuführen, dass die psychiatrischen Kliniken wegen der neu eingeführten Tarifstruktur Tarpsy 2018 noch nicht abgerechnet haben, begründet der LKV. Insgesamt hätten sie per Mai 2018 4,7 Millionen Franken weniger abgerechnet als noch im Jahr zuvor. Statt des ausgewiesenen Rückgangs von 8,5 Prozent im Spitalbereich rechnet der LKV diesbezüglich also mit etwa gleich hohen Kosten wie im Vorjahr. Allerdings sollte die rückläufigen Fallzahlen am Liechtensteinischen Landesspital (LLS) sowie die Umstellung der Spitalfinanzierung beim LLS zu niedrigeren Kosten führen. Denn bis Ende 2017 übernahm die Krankenversicherung 77 Prozent der Kosten im stationären Bereich des LLS. Ab 2018 sind es sowohl bei allen Spitälern nur mehr 45 Prozent.

Kosten bei ärztlichen Behandlungen gestiegen

Bei den Ärzten zeichnen sich dagegen im Bereich der Behandlungen (+1,6 Prozent) und der Praxislaboranalysen (+2,1 Prozent) steigende Kosten ab. Der LKV erklärt sich das unter anderem mit einem Verrechnungsrückstand, der  durch den OKP-Streit Anfang des vergangenen Jahres verursacht wurde. Bei den Medikamenten zeigt sich dagegen eine Verlagerung der Kosten von der Arztpraxis (-6,3 Prozent) zu den Apotheken (+9,4 Prozent). Zudem seien einige Medikamentenpreise gesenkt worden.

Nur vorläufiger Rückgang bei Pflegeheimkosten

Bei den Pflegeheimen zeicht sich von Mai 2018 ein leichter Rückgang von 1,7 Prozent ab. "Dies dürfte aber lediglich eine Momentaufnahme sein", heisst es in der Mitteilung des LKV. Die Krankenversicherer hätten die Pflegeheimtarife mit 2018 auf das Niveau der Schweiz angehoben, was einem Plus von drei Prozent entspricht. Zudem sei auch der Schweregrad der Patienten in den vergangenen Jahren gestiegen. Der LKV rechnet daher mittelfristig mit entsprechend höheren Kosten.

(red/pd)

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