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"Aufgrund der Abwanderung umsatzstarker Belegärzte zur Medicnova Klinik in Bendern begann das Jubiläumsjahr nicht sehr erfreulich", hielt Susanne Eberle-Strub fest. (Foto: Michael Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|07.06.2018 (Aktualisiert am 13.06.18 15:35)

Trotz 125-Jahr-Jubiläum: Geschäftsbericht des Landesspitals kein Grund zum Feiern

VADUZ Die stark eingebrochenen Fallzahlen beim Landesspital waren einmal mehr Thema im Landtag. Dieser hatte sich gestern mit dessen Geschäftsbericht zu befassen. «Das Jahr 2017 war wahrlich kein einfaches Jahr für das Landesspital», konstatierte Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini. Das sahen auch die Abgeordneten so.

"Aufgrund der Abwanderung umsatzstarker Belegärzte zur Medicnova Klinik in Bendern begann das Jubiläumsjahr nicht sehr erfreulich", hielt Susanne Eberle-Strub fest. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ Die stark eingebrochenen Fallzahlen beim Landesspital waren einmal mehr Thema im Landtag. Dieser hatte sich gestern mit dessen Geschäftsbericht zu befassen. «Das Jahr 2017 war wahrlich kein einfaches Jahr für das Landesspital», konstatierte Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini. Das sahen auch die Abgeordneten so.

Wie gewohnt blumig formulierte es Mario Wohlwend (VU): «Verschiedene Winde haben im letzten Jahrzehnt auf das Landesspital eingewirkt», betonte er, die Mitarbeitenden des LLS hätten dabei mehr als nur ein lauwarmes Lüftchen erlebt. Susanne Eberle-Strub verzichtete auf blumige Worte, sondern lieferte Fakten und zeigte auf, dass 2017 noch 1 582 Patienten stationär behandelt wurden gegenüber 2 184 im Jahr 2016, was einem Minus von 27 Prozent entspricht. Im ambulanten Bereich hätten sich die Zahlen von 10 833 Fällen im Jahr 2016 auf 9 566 im Jahr 2017 verringert (Minus von 11 Prozent). Schlussendlich habe das Landesspital beim Landtag um einen Nachtragskredit von 2,5 Millionen Franken ansuchen müssen, welcher nebst der Liquiditäts- auch der Eigenkapitalsicherung diente. Mauro Pedrazzini verdeutlichte, dass ohne diese Finanzspritze das Landesspital im Herbst die Löhne nicht mehr hätte zahlen können. Wie bereits am Tag zuvor, sprachen sich trotz dieser unangenehmen Zahlen erneut verschiedene Abgeordnete für ein Landespital aus und sie äusserten die Hoffnung, dass die von der neuen Spitaldirektorin ergriffenen Massnahmen zur Effizienzsteigerung Früchte tragen würden. Während Helen Konzett (FL) erneut die Strategie des Landesspitals infrage stellte und vorrechnete, dass es mindestens 4000 Fälle brauchen würde, um das Spital wirtschaftlich und qualitativ hochwertig betreiben zu können, betonte Günter Vogt (VU): «Keine Grundversorgung im Land zu haben ist eine staatspolitische Bankrotterklärung».

(dq)

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