Im April wurde die Stromtankstelle auf dem Postparkplatz in Gamprin-Benern eröffnet. (Foto: Paul Trummer)
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Liechtenstein|16.05.2018 (Aktualisiert am 16.05.18 09:42)

Deutliche Preisunterschiede bei E-Tankstellen in Liechtenstein

SCHAAN - Abrechnung nach Kilowattstunde (kWh), Abrechnung nach Zeit, Abrechnung nach Zeit und kWh, Abrechnung nach Ladung, usw. – für einen Laien ist es schier unmöglich diese Komplexität zu durchschauen. 

Im April wurde die Stromtankstelle auf dem Postparkplatz in Gamprin-Benern eröffnet. (Foto: Paul Trummer)

SCHAAN - Abrechnung nach Kilowattstunde (kWh), Abrechnung nach Zeit, Abrechnung nach Zeit und kWh, Abrechnung nach Ladung, usw. – für einen Laien ist es schier unmöglich diese Komplexität zu durchschauen. 

«Mittlerweile sind die Elektroautos sehr gut, es gibt fast keine Einschränkungen mehr, was Reichweite und Leistung angeht», erklärt Wolfgang Jenne, begeisterter Elektroautofahrer aus dem Triesenberg. Das Einzige, was ihn an der derzeitigen Situation in Liechtenstein, der Region und eigentlich ganz Europa störe, sei die Ladeinfrastruktur für die Elektroautos. Es gehe fast schon so weit, dass jeder, der nicht die Möglichkeit habe zu Hause das Elektroau­to aufzuladen, nur mit Tesla richtig fahre. Bei anderen funktioniere das Aufladen nicht geregelt, beschreibt Jenne die Situation. Er selbst sei davon aber nicht so stark betroffen, da er sein Elektroauto jeweils zu Hause aufladen kann. Er möchte aber darauf aufmerksam machen, damit sich die Situation verbessern kann und unerfahrene Elektroautolenker nicht in die Preisfalle tappen.

Zu grosse Preisunterschiede

«Für alle, die keinen Tesla fahren und an den zahlreichen Superchargern zu bekannten und transparenten Konditionen laden können, wird das ganze ein bisschen komplizierter», so Jenne. Wie er erzählt, war er beruflich unterwegs in Chur und musste sein Auto wieder mit Strom versorgen. Da es in Chur sehr viele Elektrotankstellen gibt, machte sich der Triesenberger einen Spass daraus herauszufinden, wie viel eine Aufladung an den einzelnen Ladesäulen kostet. «Um dies zu testen, wendete ich circa zwei Stunden auf. Und hier beginnt für mich auch das Problem», so Jenne. Für jede Ladesäule bzw. jeden individuellen Stromanbieter braucht der Nutzer eine Ladekarte plus Smartphone-App. Ohne diese ist es unmöglich, den Preis einer Batterieladung herauszufinden. «Für mich ist es einfach bizarr, dass Stromanbieter ihre Preise nicht wie bei einer Benzin- bzw. Dieseltankstelle übersichtlich an den Ladesäulen anschreiben müssen», sagt Jenne. Im Vergleich: Wenn man sein Benzinauto tankt, tut man dies im Wissen wie viel pro Liter verrechnet wird und ohne eine Kreditkarte oder Smartphone zücken zu müssen. Die Komplexität des Problems steigert sich laut Jenne zusätzlich dadurch, dass es unterschiedliche Ladetypen, Abrechnungsweisen und Leistungen der Elektroautos gibt. Es gebe diese Komplexität praktisch durchs ganze Band, was dazu führe, dass Benutzer nicht genau wissen, wie viel sie schlussendlich für eine Ladung verrechnet bekommen. Für Jenne ist klar: Um transparente Preise in Liechtenstein und der Region zu bekommen, müsse man eine Infrastruktur schaffen, die klare Abrechnungsverfahren verwendet. «Für mich wäre die fairste Sache, den Strom nach Kilowattstunden zu berechnen, da man bei dieser Option genau das bezahlt, was man auch benutzt hat.» Dies werde von einigen Anbietern auch vermehrt so gemacht. So bezahlt man in Buchs (siehe Grafik auf Seite 5) bei zwei Anbietern pro geladenen kWh, im Mühleholz wird eine gemischte Abrechnung angewandt.

"Bei einer Verrechnung nach kWh besteht das Risiko, dass Kunden einfach stehen bleiben, ohne aktiv Strom zu beziehen."

Gerald Marxer, LKW-Geschäftsleitung

Optimale Nutzung der Ladestation

Die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW), die drei Ladestationen in Liechtenstein betreiben, erklären, warum dies nicht möglich ist. «Bei einer Verrechnung nach kWh besteht das Risiko, dass Kunden einfach stehen bleiben, ohne dass diese wirklich Strom beziehen», so Gerald Marxer, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Man wolle die Parkplätze, an welchen die Möglichkeit zum Laden besteht, möglichst optimal nutzen. Darum habe sich eine Verrechnung nach Lademinuten etabliert, um den Kunden zu animieren, den Parkplatz möglichst schnell wieder frei zu geben und Platz für einen anderen Kunden zu machen.

(eo)

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