Symbolfoto: SSI
Wirtschaft
Region|14.05.2018 (Aktualisiert am 14.05.18 14:42)

Mehr Ärzte für St. Gallen: HSG will Medizinstudium anbieten

ST. GALLEN - In Kooperation mit dem Kantosnspital St. Gallen, will die Uni St. Gallen für mehr Ärzte im Kanton sorgen. Medizinstudenten der Uni Zürich sollen ihr Hauptstudium künftig in St. Gallen absolvieren können.

Symbolfoto: SSI

ST. GALLEN - In Kooperation mit dem Kantosnspital St. Gallen, will die Uni St. Gallen für mehr Ärzte im Kanton sorgen. Medizinstudenten der Uni Zürich sollen ihr Hauptstudium künftig in St. Gallen absolvieren können.

Ab dem Herbstsemester 2020 sollen 40 Medizinstudenten der Universität Zürich ihr Hauptstudium in St. Gallen absolvieren können. Für den neuen Studiengang «Joint Medical Master» fallen jährlich Kosten von rund 2 Millionen Franken an. Am 10. Juni entscheidet das Volk über die Vorlage.

Für die Ausbildung zu einem «Medical Master» arbeiten das St. Galler Kantonsspital und die Universität St. Gallen (HSG) zusammen und gehen eine Kooperation mit der Universität Zürich ein. Geplant ist ein gemeinsamer Abschluss, der mit einem Bachelor Studium in Zürich beginnt und mit dem Master-Lehrgang in St. Gallen abgeschlossen wird.

Mit dem neuen Angebot, das einen speziellen Fokus auf die Grundversorgung legt, soll der Ärztemangel in der Ostschweiz ausgeglichen werden. «Wir hoffen, dass sich mehr angehende Ärztinnen und Ärzte nach dem 'Joint Medical Master' in der Region niederlassen», sagte die St. Galler Gesundheitschefin Heidi Hanselmann am Montag vor den Medien.

Im Kanton St. Gallen ist die Hälfte der Ärzte, die in der Grundversorgung arbeiten, älter als 55 Jahre. «Unser Gesundheitswesen ist deshalb auf Medizinerinnen und Mediziner aus dem Ausland angewiesen», so Hanselmann. 43,8 Prozent aller in der Ostschweiz tätigen Ärzte haben ein ausländisches Diplom; gesamtschweizerisch sind es 34,4 Prozent.

Medizinstudium mit HSG-Abschluss

Immer mehr Junge blieben dort, wo sie studiert hätten. Mit dem neuen Studiengang schaffe St. Gallen ein modernes und innovatives Angebot, sagte Bildungschef Stefan Kölliker.

Im Herbst 2017 haben bereits die ersten 40 Studierenden in Zürich ihr Grundstudium auf dem «St. Galler Track» begonnen. «Sie absolvieren das einzige Medizinstudium mit einem HSG-Abschluss» so Kölliker. Das Studium beinhaltet auch Themen wie Management und Governance.

Kölliker sieht darin auch eine riesige Chance für die HSG, welche für die Ausbildung der angehenden Mediziner einen zusätzlichen Lehrstuhl plant. Ein weiterer wichtiger Partner vor Ort wird die Fachhochschule St. Gallen sein, welche das Vertiefungsthema Interprofessionalität anbietet.

Parlament und Parteien sagen Ja

Die Einführung der Ausbildung zum «Joint Medical Master» in St. Gallen bedingt eine Anpassung des Universitätsgesetzes, die dem obligatorischen Finanzreferendum untersteht. Während der ersten Betriebsphase von 2020 bis 2023 rechnet die Regierung mit Kosten von rund 17 Mio. Franken. Die Ausgaben für den Aufbau des Studienprogramms betragen 9,7 Mio. Franken. Daran leistet der Bund einen Beitrag von 3,6 Mio. Franken.

Ab 2024 kalkuliert der Kanton St. Gallen noch mit zusätzlichen Ausgaben von jährlich 5,8 Mio. Franken. Davon könnten allerdings die Studienbeiträge abgezogen werden, die bisher jeweils nach Zürich gezahlt werden, hiess es. Unter dem Strich fielen damit «betriebliche Nettomehrkosten» in der Höhe von 2,1 Mio. Franken an.

Der St. Galler Kantonsrat steht ohne Gegenstimme hinter der Vorlage, die am 10. Juni vors Volk kommt. Auch die Parteien unterstützen den neuen medizinischen Master-Studiengang geschlossen.

(sda)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Wirtschaft
Region|10.10.2018 (Aktualisiert am 10.10.18 10:29)
VAT kündigt Kurzarbeit für Produktionsmitarbeiter in Haag an
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.