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Das vermeintlich grosse Glück einfach zu Hause am Bildschirm: Der Schweiz will gegen Online-Casinos ausländischer Anbieter mit Netzsperren vorgehen. Das hält Spieler aber nur so gut ab, wie ein Zaun eine Kuhweide abgrenzt. (Symbolfoto: Shutterstock)
Politik
Liechtenstein|19.04.2018

Online-Casinos lassen sich nicht einfach aussperren

SCHAAN - Würde Sie ein Zaun um eine Kuhweide abhalten, wenn Sie an die Milch wollen? Vermutlich ebenso wenig wie eine Sperre einen Spieler von einem Online-Casino. Der Zugang zu solchen wird in Liechtenstein nicht reguliert – das wäre EWR-rechtlich auch problematisch.

Das vermeintlich grosse Glück einfach zu Hause am Bildschirm: Der Schweiz will gegen Online-Casinos ausländischer Anbieter mit Netzsperren vorgehen. Das hält Spieler aber nur so gut ab, wie ein Zaun eine Kuhweide abgrenzt. (Symbolfoto: Shutterstock)

SCHAAN - Würde Sie ein Zaun um eine Kuhweide abhalten, wenn Sie an die Milch wollen? Vermutlich ebenso wenig wie eine Sperre einen Spieler von einem Online-Casino. Der Zugang zu solchen wird in Liechtenstein nicht reguliert – das wäre EWR-rechtlich auch problematisch.

Die Schweiz versucht mit der geplanten Revision ihres Geldspielgesetzes in einer globalisierten und vernetzten Welt das Unmögliche: Ausländische Online-Casinos müssten – nimmt das Volk die Vorlage am 10. Juni an – draussen bleiben. Glücksspiel im Internet soll nur anbieten dürfen, wer im Land selbst eine physische Spielbank betreibt. Bisher sind Online-Geldspiele in der Schweiz verboten – zumindest theoretisch. Praktisch kann sich jeder mit ein paar Klicks bei einem ausländischen Anbieter registrieren und nach Herzenslust zocken – laut dem Bundesamt für Justiz (BJ) entgehen dem Schweizer Staat dadurch rund 250 Millionen Franken pro Jahr an Steuern. Netzsperren sollen daher künftig solche Seiten aus dem Ausland blockieren. Nur, dass diese mittels eines Virtual Private Networks (VPN) leicht umgangen werden können. Wirklos seien diese dennoch nicht, argumentiert das BJ und zieht den Vergleich zu einem Zaun rund um eine Kuhweide oder eine Absperrung um eine Baugrube.

Mit wenigen Klicks im Ausland

Liechtenstein hat die Revision seines Geldspielgesetzes bereits hinter sich – wie man an den beiden Spielbanken in Schaanwald und Ruggell unschwer erkennen kann. Dabei hat sich die Regierung allerdings bewusst auf die Marktöffnung von Spielbanken beschränkt. Als Gründe gegen die Bewilligung von Online-Geldspielen wurden im Bericht und Antrag die Risiken der Geldwäscherei und anderer Straftaten sowie die damit verbundenen aufwändigen Strafverfahren hingewiesen. Zudem rechnete die Regierung mit erhöhtem Personalaufwand hinsichtlich der Zulassung und Kontrolle von Online-Angeboten, während die Einnahmenseite schwer abzuschätzen sei – hier wollte man zuerst sehen, welche Erfahrungen in der Schweiz gesammelt werden. Auch der Landtag zeigte sich gegenüber Online-Casinos skeptisch.

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(df)

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