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Quelle: Vero.co
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International|03.04.2018 (Aktualisiert am 27.04.18 09:00)

«Vero» – Ist der Hype schon wieder vorbei?

APPS - Vero hat zu Beginn des Monats überall für Schlagzeilen gesorgt. Die App, die bereits seit 2015 existiert, konnte in kürzester Zeit bis zu drei Millionen Nutzer verzeichnen. Mittlerweile ist es aber schon wieder ruhiger geworden.

Quelle: Vero.co

APPS - Vero hat zu Beginn des Monats überall für Schlagzeilen gesorgt. Die App, die bereits seit 2015 existiert, konnte in kürzester Zeit bis zu drei Millionen Nutzer verzeichnen. Mittlerweile ist es aber schon wieder ruhiger geworden.

Vero soll eine Alternative zu anderen Social-Media-Giganten wie Instagram, Facebook und Snapchat bieten. Wie bei dem Hauptkonkurrenten Instagram können Videos und Fotos geteilt werden, zusätzlich besteht bei Vero die Möglichkeit, über Musik, Bücher und Filme zu diskutieren. Die Plattform hat zwei wesentliche Vorteile: Zum einen werden die Inhalte chronologisch angezeigt, das war bei Instagram vor einem Jahr auch noch so. Als diese aber begannen, die Daten mit einem Algorithmus zu filtern, wurde der Missmut bei den Nutzern laut. Zum anderen wird die App nicht über Werbeeinahmen, sondern über Mitgliedergebühren finanziert. Was dazu führt, dass die Plattform ohne Werbung auskommt. Die Höhe der Mitgliedergebühren und wann diese in Kraft treten, ist aber noch ungewiss. Die Hersteller verkündeten zu Beginn, dass die Mitgliedschaft für die erste Million Nutzer gratis sei. Doch auch als das Ziel überschritten wurde, blieb die Zahlschranke aus. Ein Beschluss, der wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass der kometenhafte Anstieg der Nutzer das System komplett überlastete und es deswegen zu einigen technischen Störungen gekommen ist.

Kein leichtes Business
Es ist nicht leicht für eine neue Plattform, zu einem neuen Service zu werden, der länger als ein paar Wochen genutzt wird. Schon einige haben versucht, sich im Markt der Sozialen Medien zu behaupten, und so zahlreich sind sie auch gescheitert. Die Plattform kann noch so viele tolle Features haben, soziale Medien funktionieren nur dort, wo der soziale Austausch auch tatsächlich stattfindet. Wird also kaum interessanter Inhalt generiert, bringen auch die besten technischen Spielereien nichts. Die aktuell rund drei Millionen Nutzer von Vero sind im Vergleich zu Instagram aktuell noch Peanuts, da dieser rund 800 Millionen monatliche Nutzer verzeichnet.

Milliardär mit Mission
Mark Zuckerberg wurde dank Facebook zum Milliardär, der Gründer von Vero war schon davor einer. Ayman Hariri, welcher mit der Plattform ein authentischeres Netzwerk schaffen will, fiel vor allem wegen seinen Verbindungen zum Familienunternehmen negativ auf. Obwohl er beteuert, seit dem späten 2013 nicht mehr operativ sowie finanziell mit dem Unternehmen in Verbindung zu sein. Die Firma wurde beschuldigt, in den vergangenen Jahren dessen Arbeiter nicht gezahlt zu haben und sie ohne Nahrung und medizinischer Versorung stehen gelassen zu haben. Solche Anschuldigungen lassen zweifeln, ob Hariri nun wirklich das geringere Übel zu Zuckerberg darstellt. Vero verspricht immerhin ein Ende des Sammelns der Daten seiner Nutzer, das wird von Facebook primär dafür verwendet, möglichst passende Werbeanzeigen zu schalten. Natürlich hat Facebook auch ohne Werbung angefangen und ist mittlerweile eines der grössten Werbeunternehmen im Internet. Facebook hat im Jahr 2012 Instagram gekauft und hat im folgenden Jahr damit begonnen, Werbeanzeigen in der Plattform zu schalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Finanzierungsmodell anhand von Mitgliedergebühren behaupten kann, oder ob der Hauptteil der Nutzer für einen kostenlosen Dienst weiterhin Werbeanzeigen in Kauf nimmt.

Unser Fazit
Vero will komplett sozial (true social) sein. Das Problem ist nur, dass ist nicht zwingend das, was seine Nutzer wollen. Wenn der grösste Teil nur daran interessiert ist, möglichst viele Abonnenten zu haben, leidet die Qualität des Inhalts darunter. Es wird zu einem einzigen Spamkreislauf von kommentieren und Liken, um aufzufallen, wie es bereits bei Instagram der Fall ist. Im Grunde nervt uns nicht Instagram, sondern wir uns selbst. Die konstante Jagd nach Abonnenten und Herzen mag am Anfang noch ein kurzes Erfolgserlebnis ausgelöst haben. Langsam bricht aber die Zeit an, in der wir merken, dass es alles nur heisse Luft ist. Was bringt uns eine hohe Anzahl von Abos, wenn sich keiner wirklich für den Inhalt interessiert. Das grösste Problem der sozialen Medien sind also wahrscheinlich wir selbst.

(lk)

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