Volksblatt Werbung
Protagonistin Simone Bargetze mit Filmemacher Andi Batliner. (Fotos: MZ/ZVG)
Kultur
Liechtenstein|02.03.2018

«Fearless Journey»: Ein quirliger Dok-Film über Simone Bargetze

SCHAAN - Das Erstlingswerk von Andi Batliner «Fearless Journey» feierte am Freitag im TAKino Premiere – eine wirklich sehenswerte Filmdokumentation über den eindrücklichen Lebensweg der Stuntfrau Simone Bargetze aus Liechtenstein.

Protagonistin Simone Bargetze mit Filmemacher Andi Batliner. (Fotos: MZ/ZVG)

SCHAAN - Das Erstlingswerk von Andi Batliner «Fearless Journey» feierte am Freitag im TAKino Premiere – eine wirklich sehenswerte Filmdokumentation über den eindrücklichen Lebensweg der Stuntfrau Simone Bargetze aus Liechtenstein.

Sie hat geschafft, wovon viele nur träumen können: Den Sprung nach Hollywood. Als Stuntfrau ist Simone Bargetze in über 50 Filmen und Serien zu sehen – darunter Blockbuster wie «Transformers», «Crank 2» oder «Avatar». Grund genug für Regisseur Andi Batliner, im Rahmen seiner Filmemacherausbildung den Werdegang der Liechtensteinerin aufzuarbeiten. Der Titel «Fearless Journey» (eine furchtlose Reise) trifft es genau. Wer Simone Bargetze kennt: Ängstlich war die Triesnerin nie. Sie sprüht nur so von Engagement, Lebensenergie und Adrenalin – eine Prise «Crazyness» gehört auch immer dazu. Genau so präsentiert sich der 60-minütige Film, der von Andi Batliner und Sandro Schreiber mithilfe einer 20-köpfigen Crew in den vergangenen drei Jahren realisiert wurde. Dazu haben sie mit der Protagonistin wichtige Stationen ihres Lebens besucht und so manche Persönlichkeit aus ihrem Umfeld befragt.

Im «Crazy»-Simone-Style

Im Mittelpunkt steht aber die Liechtensteinerin selbst, die dem Film mit ihren sehr persönlichen Einblicken das ganz besondere Etwas verleiht – eben ganz der «Crazy»-Simone-Style. Schade ist zwar, dass es nur wenige ihrer Blockbuster-Stuntszenen in die Liechtensteiner Low-Budget-Produktion geschafft haben – aus Rechts- und Kostengründen. Diese Krachereffekte sind aber auch gar nicht nötig. Die kurzweilige Filmdokumentation ist gespickt mit aussergewöhnlichen Geschichten und zeigt eindrücklich, wie es jemand mit jeder Menge Mut und ganz viel positiver Energie bis ganz nach oben schaffen kann: Ein absolut sehenswerter Streifen. Auch Simone Bargetze strahlt: «Am Anfang war ich schon etwas nervös. Jetzt ist es einfach nur krass – wie gut der Film geworden ist. Ich bin begeistert!»

"Es ist einfach nur krass, wie gut der Film geworden ist!"

Simone Bargetze

«Liechtenstein? Viel zu klein...»

Aufgewachsen sei sie «kamikazemässig»: Gebrochene Knochen gehörten bei ihr schon als Kind dazu – auch wegen ihrer wilden Skateboard- und Pferdeausritte. Als junge Frau hat sie sich schon früh aufgemacht, die grosse weite Welt kennenzulernen. Als Kindergärtnerin zu arbeiten war ihr scheinbar zu wenig «crazy» und Liechtenstein sowieso «viel zu klein». Erste Station: Zürich, Party machen – aber auch mit Selbstfindungsphasen. Eher durch Zufall kam sie so mit dem Fernsehen in Kontakt. Damals, als das Wort «Selfie» noch nicht mal existierte, war Bargetze mit einer kleinen Kamera sich selbst filmend unterwegs, um Stars und Sternchen abzufangen. Mit ihrer unwiderstehlichen Art schaffte sie es sogar, den unnahbaren US-Rapper Snoop Dogg zu einem Interview zu bewegen. Mehr wird hierzu aber nicht verraten. In der Schweiz hielt es sie aber nicht lange. Ab nach Amerika mit ihrer One-Woman-Show «Simones World», in der sie weiterhin als rasende Reporterin Prominente wie Rockstars oder Extremsportler interviewte und bereits damals halsbrecherische Clips produzierte. Natürlich kam dabei auch das «Promi-Nightlife» in Los Angeles niemals zu kurz.

Mit einem Video konnte die Stuntfrau Starregisseur James Cameron überzeugen.

Wie gemacht für das Stuntgeschäft

Ganz nach ihrem Motto «Just do it» landete sie später auf Umwegen im Stuntbusiness. Das brauchte eine gehörige Portion Mut, gab ihr aber auch den gewissen Kick. «Wenn nach einer gefährlichen Szene ‹Cut› gerufen wird und dieses Wow-Gefühl eintritt: Das ist der Grund, wieso ich Stuntfrau bin», sagt die heute 40-Jährige. Kein gemütlicher Job – mehr als einmal standen ihre Gesundheit und sogar ihr Leben auf der Kippe. Glücklicherweise hätten ihre Schutzengel sie aber gut behütet. Dank eines eindrücklichen Videos, das Simone Bargetze als bogenschiessende Amazone auf dem Pferderücken in vollem Galopp zeigt, schaffte sie es in diesem harten Geschäft ganz nach oben: Die Liechtensteinerin konnte Regisseur James Cameron überzeugen, sie aus der riesigen Schar der Stuntfrauen und -männer für den Kino-Blockbuster «Avatar» zu engagieren – und zwar grad für alle Pferdestunts.

"Ich und 'gruhiget'? Niemals ... unmöglich!"

Simone Bargetze
Das Filmplakat.

Noch weiter in die Welt hinaus

In den acht Jahren ihrer Karriere folgten noch zahlreiche Engagements in Film und Fernsehen, aber auch weniger glückliche Lebensphasen, die in «Fearless Journey» ebenfalls zu Wort kommen. Die Stuntkarriere hatte Simone Bargetze derweil an den Nagel gehängt. Weg vom Rampenlicht zog es sie noch weiter in die Welt hinaus: Asien, Südamerika, Afrika – ihre «crazy» Art aber weiterhin im Gepäck. So präsentierte sich Bargetze auf Youtube in ihrer neuen Reihe «Simones Wild World», wo sie aussergewöhnliche Orte und Menschen rund um den Globus vorstellt. Heute scheint es, dass Simone Bargetze das Leben etwas ruhiger angehen möchte. Seit 2016 ist sie Mutter eines Sohnes und lebt mit ihrem Freund in Zürich. Liechtenstein besucht sie immer wieder gerne, ihre Traumdestination bleibe aber Los Angeles. Also hat Simone Bargetze doch nicht «gruhiget»? «Niemals, unmöglich!», wirbelt sie auf. Es sollen auch schon wieder Stunt-Anfragen aus Hollywood eingetrudelt sein. Die Fortsetzungen von «Avatar» stehen in den Startlöchern. Es wäre dann also wirklich «crazy», wenn Simone Bargetze diese ablehnen würde.

Weitere Aufführungen von «Fearless Journey» im TAKino in Schaan

  • Am morgigen Sonntag um 18.30 Uhr
  • Am Mittwoch, 7. März um 18.30 Uhr
  • Der Film wird zudem in ausgewählten Kinos in der Deutschschweiz sowie in Feldkirch gezeigt

Weitere Infos unter www.fearless-journey.com

(hm)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Kultur
Liechtenstein|gestern 09:15
«Es ist schon wichtig, dass wir mitmachen, Künstler wie Institutionen»
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung