Der Gemeinderat Triesenberg stimmte gegen das soziale Projekt. (Foto: Zanghellini)
Politik
Liechtenstein|07.02.2018 (Aktualisiert am 07.02.18 18:46)

"Mutlos und nicht nachhaltig": Bärger Gemeinderat stimmt gegen den 300-Jahr-Beitrag der Gemeinden

TRIESENBERG - Mit 6 zu 5 Stimmen hat der Triesenberger Gemeinderat an der Sitzung am Dienstagabend dem Projekt "Lebenschance" der Gemeinden eine Absage erteilt. "Lebenschance" war nach dem Nein zur Jubiläums-Hängebrücke von der Vorsteherkonferenz als Alternativprojekt der Gemeinden vorgestellt worden. Auch hier hätten alle Gemeinderäte zustimmen müssen. Nun kann das Projekt gemäss Antrag nicht umgesetzt werden.

Der Gemeinderat Triesenberg stimmte gegen das soziale Projekt. (Foto: Zanghellini)

TRIESENBERG - Mit 6 zu 5 Stimmen hat der Triesenberger Gemeinderat an der Sitzung am Dienstagabend dem Projekt "Lebenschance" der Gemeinden eine Absage erteilt. "Lebenschance" war nach dem Nein zur Jubiläums-Hängebrücke von der Vorsteherkonferenz als Alternativprojekt der Gemeinden vorgestellt worden. Auch hier hätten alle Gemeinderäte zustimmen müssen. Nun kann das Projekt gemäss Antrag nicht umgesetzt werden.

Unter dem Namen "Lebenschance" wollten die Gemeinden ein soziales Zeichen setzen. Mit einer Million Franken sollten anlässlich des Jubiläums Hilfsprojekte im In- und Ausland finanziert werden, dabei hätten 500 000 Franken für inländische und 500 000 Franken für ausländische Projekte aufgewendet werden sollen. Als Partner hätten die Caritas bzw. der Liechtensteinische Entwicklungsdienst fungiert. "Es gibt bei uns im Land viele Menschen, die nach innen und aussen helfen. Lebenschance symbolisiert somit auch die Werte und Haltung unserer Bevölkerung", betonte die Ruggeller Vorsteherin Maria Kaiser-Eberle bei der Vorstellung des Projekts Ende Januar. Ewald Ospelt, Vorsitzender der Vorsteherkonferenz, sah darin eine Chance, auch dem Ausland etwas zurückzugeben, welches Liechtenstein in schwierigen Zeiten seiner 300-jährigen Geschichte beigestanden sei.

"Lebenschance symbolisiert somit auch die Werte und Haltung unserer Bevölkerung"

Maria Kaiser-Eberle, Vorsteherin Ruggell

Über 2019 hinaus

Mit diesem «Anschubkredit», wie es Ospelt bezeichnete, wäre das Projekt nicht abgeschlossen gewesen. Die "Lebenschance" hätte laut Ospelt über das Jubiläumsjahr hinausgewirkt. Hierfür sollen die unterstützten Projekte konstant begleitet und kommuniziert werden. Auch die Bevölkerung wäre mit einbezogen worden. Den Vorstehern schwebte dabei beispielsweise ein Laufwettbewerb auf dem von Liechtenstein Marketing geplanten Jubiläums-Weg oder der Verkauf von "Gemein(d)schaftsarmbändern" vor, deren Startgelder und Einnahmen zur Finanzierung weiterer "Lebenschance"-Projekte genutzt hätten werden können.

Nach dem Nein aus Triesenberg ist das Projekt wohl gestorben. Gemäss dem Antrag an die Gemeinderäte dürfte das Projekt nur dann in die Umsetzungsphase treten, wenn alle Gemeinderäte zustimmen und kein Referendum ergriffen wird.

Gründe für das Bärger Nein

Der Triesenberger Gemeinderat hatte im Juni 2017 den geplanten Jubiläumsweg und damit auch die Hängebrücke als unterstützungswürdiges und nachhaltiges Projekt begrüsst; er genehmigte damals das Projekt und den entsprechenden Verpflichtungskredit in der Höhe von rund 85 000 Franken. Bekanntlich scheiterte die Jubiläumsbrücke damals aber an den Urnenabstimmungen in Vaduz und Balzers. In der Sitzung vom 6. Februar hat sich der Gemeinderat nun mit knapper Mehrheit gegen das Projekt "Lebenschance" entschieden und den dafür notwendigen Verpflichtungskredit von rund 70 000 Franken nicht bewilligt. Die Höhe des Beitrags, welche die Gemeinde Triesenberg zu leisten gehabt hätte, sei dabei nicht in Frage gestellt worden, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heisst.

"Der Gemeinderat erachtet das vorliegende Projekt mehrheitlich als mutlos und auch nicht nachhaltig."

Christoph Beck, Vorsteher Triesenberg

«Der Gemeinderat erachtet das vorliegende Projekt mehrheitlich als mutlos und auch nicht nachhaltig. Der Jubiläumsweg, der glücklicherweise trotzdem realisiert wird, und die damit verbundene Finanzierung der Jubiläumsbrücke durch die Gemeinden wäre nach wie vor die bessere Alternative», wird Vorsteher Christoph Beck abschliessend zitiert.

(dq)

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