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Liechtenstein|29.12.2017 (Aktualisiert am 03.01.18 17:29)

Was Lindsey Vonn auf den Pisten von Malbun macht

TRIESENBERG - Nacht für Nacht rücken die Pistenfahrzeuge in Malbun aus, um das Skigebiet für den nächsten Morgen zu präparieren – dabei spielt auch eine berühmte Skirennläuferin eine Rolle.

TRIESENBERG - Nacht für Nacht rücken die Pistenfahrzeuge in Malbun aus, um das Skigebiet für den nächsten Morgen zu präparieren – dabei spielt auch eine berühmte Skirennläuferin eine Rolle.

Die letzten Skifahrer haben die Pisten verlassen, die Sessel werden gerade zurück in die Talstation des Täli-Lifts geholt und über Malbun legt sich langsam die Dämmerung. Schichtbeginn für die Pistenfahrzeugführer des Skigebiets, die kurz nach Betriebsschluss der Bahnen um 16 Uhr ausrücken. Wie kleine Heinzelmännchen erklimmen sie mit etwa 14 km/h die Hänge, um die Pisten für die Wintersportler des nächsten Tages zu präparieren. Wobei, von kleinen Heinzelmännchen kann man bei den tonnenschweren Pistenraupen eigentlich nicht sprechen. «Es ist eine grosse Maschine mit einem schönen Design und enormer Kraft, die viel Lärm macht und der kaum ein Hindernis im Weg steht», erklärt Gino Gelsomino, was ihn schon seit seiner Kindheit daran fasziniert. So sehr, dass er sich seinen Kindheitstraum erfüllt und das Steuern dieses «Ungetüms» zu seinem Beruf gemacht hat. «Es ist ein schöner Arbeitsplatz, oftmals über der Nebeldecke und mit guter Aussicht – und ich kenne niemanden, der eine Maschine mit 430 PS fährt», erzählt der 23-Jährige stolz von der Arbeit mit seiner «Lindsey». «Wir haben das Fahrzeug nach Lindsey Vonn benannt, weil ich ein grosser Fan bin. Bis vor Kurzem hing noch ein Bild von der Skirennläuferin im Fahrerraum, aber das haben mir die Kollegen wohl versteckt – wir spielen einander hin und wieder Streiche.

Kurz nach Betriebs­schluss wird mit der Pistenpräparation in Malbun begon­nen. (Foto: DF)

Tierische Begegnungen

Dabei ist «seine» Maschine gar nicht die stärkste der vier Stück grossen – und ansonsten noch unbenannten – Flotte der Bergbahnen Malbun AG: Der Leitwolf, so der Modellname, bringt es auf 530 PS. «Die fährt aber gerne der Chef», ergänzt Gelsomino. Neben den zwei 430 PS starken Fahrzeugen, eines ohne Seilwinde, gibt es noch eine kleinere Maschine, die beispielsweise für die Rodelbahn eingesetzt wird. So entscheidet auch die Maschine über das zu präparierende Gebiet, wobei sich die Fahrer darüber vor Dienstbeginn absprechen. Der Leitwolf wäre beispielsweise zu breit für Sareis, dem Lieblingsgebiet von Gelsomino: «Dort gibt es nur Naturschnee und es ist eine Herausforderung, die Piste möglichst lange weiss zu halten.» Ausserdem geniesst er es, ganz für sich alleine zu sein – einmal abgesehen von den Füchsen, Rehen, Schneehasen und sogar Murmeltieren, die ihm während der Arbeit begegnen.

Gino Gelsomino sorgt mit der 430 PS starken Maschine für glatte Pisten in Malbun. (Fotos: DF)

Heute beginnt Gelsomino aber zunächst mit der Trainingspiste, auf der die Mitglieder des Liechtensteiner Skiverbands (LSV) bereits fleis-sig ihre Schwünge geübt haben. Das sieht man auch, da der Schnee bei 3 Grad plus nicht mehr so resistent ist, und so muss der 23-Jährige so manche Spur doppelt abfahren – am Seil, das er zuvor an einem Baum befestigt hat. Anders als viele glauben, hält dieses aber nicht das ganze 11,6 Tonnen schwere Fahrzeug. Mit einer Zugkraft von 3,5 Tonnen ist das 1200 Meter lange Stahlseil vielmehr als Unterstützung gedacht. Damit lässt sich nicht nur der Schnee besser den Hang hinaufstossen, die Maschine rutscht zudem weniger und der Boden wird geschont.

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(df)

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