Maxi Göppel stand zuletzt beim FCV fünfmal in der Startformation. (Foto: MZ)
Sport
Liechtenstein|04.05.2017 (Aktualisiert am 04.05.17 13:28)

Maxi Göppel: Auf der Überholspur

VADUZ - Seit Roland Vrabec beim FC Vaduz das Sagen hat, ist Maximilian Göppel auf der linken Abwehrseite gesetzt. Der neue Cheftrainer schenkt dem 19-jährigen Liechtensteiner viel Vertrauen, fordert aber im Gegenzug weitere Fortschritte.

Maxi Göppel stand zuletzt beim FCV fünfmal in der Startformation. (Foto: MZ)

VADUZ - Seit Roland Vrabec beim FC Vaduz das Sagen hat, ist Maximilian Göppel auf der linken Abwehrseite gesetzt. Der neue Cheftrainer schenkt dem 19-jährigen Liechtensteiner viel Vertrauen, fordert aber im Gegenzug weitere Fortschritte.

Liechtensteins Nationaltrainer Rene Pauritsch wird es gefreut haben: Gleich im ersten Spiel mit Neutrainer Roland Vrabec an der Seitenlinie stand Maximilian Göppel in der Startaufstellung. Vor jenem Auswärtsspiel Anfang April in Bern (2:3)hatte der junge Nationalspieler beim FC Vaduz hinten anstehen müssen. Nachdem bei ihm im letzten Herbst das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert worden war, gestaltete sich seine Rückkehr in die Startelf schwierig. Vrabecs Vorgänger Giorgio Contini setzte auf der linken Abwehrseite in erster Linie auf Axel Borgmann. Göppel kam in den ersten sieben Rückrundenpartien zu keiner einzigen Minute Einsatzzeit. Allerdings gab er in der Winterpause auch zu: «Ich brauche sicher noch ein wenig Zeit, um wieder auf dem Level des letzten Herbsts zu sein.» Damals feierte er in der Super Lea­gue sein Debüt, spielte fünf Partien am Stück, ehe ihn der «Pfeiffer» ausbremste.

Lob vom Cheftrainer

Zugute kommt Göppel nun, dass mit dem Trainerwechsel die Karten im Kader neu gemischt wurden. Roland Vrabec vertritt im Vergleich mit Contini andere Auffassungen, was die Positionen einzelner Spieler betrifft. So ist Vrabec etwa der Meinung, dass ein Maurice Brunner seine Qualitäten vermehrt in der Offensive ausspielen soll – und ein Nicolas Hasler in erster Linie im zentralen oder rechten Mittelfeld. Unter Contini waren beide häufig als Rechtsverteidiger eingesetzt worden. Das hat insofern etwas mit der Situation von Göppel zu tun, weil dadurch eine interne Rotation erfolgte. Da Brunner und Hasler jetzt weiter vorn eingesetzt werden, wurde die Rolle des Rechtsverteidigers frei. Vrabec besetzt diese nun mit Borgmann und lässt dafür Göppel auf dessen linker Abwehrseite auflaufen. Und das seit nunmehr fünf Spielen. In diesen spulte «Maxi» jeweils die vollen 90 Minuten ab, was den Blondschopf besonders freute: «Es tut gut, über die ganze Spieldauer eingesetzt zu werden. Dann merkst du, dass du mit jeder Partie immer mehr Sicherheit bekommst.» Die letzten Wochen seien für ihn «sehr positiv» verlaufen.

Auch Trainer Vrabec ist zufrieden mit dem jüngsten Profi in der Vaduzer Mannschaft: «Maxi hat eine gute Entwicklung durchgemacht. Er ist sehr lernwillig und wissbegierig. Dazu kommt, dass er läuferisch sehr stark ist. Pro Spiel legt er zirka zwölf Kilometer zurück.» Beim kapitalen 3:1-Erfolg der nach wie vor arg abstiegsgefährdeten Vaduzer am letzten Samstag in Lausanne, war Göppel ein wichtiger Bestandteil. Er sorgte in der 89. Minute mit seinem Abschluss, der von Verteidiger Kevin Méndez ins eigene Tor abgelenkt wurde, für die Entscheidung. «Dass er in der letzten Spielminute als Linksverteidiger im gegnerischen Strafraum auftaucht, spricht für Maxi», lobt Vrabec.

Jubel bei den Göppels – auch dank Lena

Überhaupt erlebte die Familie Göppel eine ganz besondere letzte Woche: Nur wenige Tage vor dem Vaduzer Sieg in Lausanne und Maximilian Göppels Beinahe-Tor hatte bereits seine Schwester Lena einen Treffer bejubelt. Zusammen mit der Liechtensteiner U17-Auswahl der Frauen hatte sie beim UEFA-Development-Turnier Mazedonien mit 3:2 geschlagen. Dabei war sie für das dritte Tor besorgt. «Familientechnisch war es eine super Woche», sagt Maximilian Göppel mit einem Lachen. Und er fügt an: «Ich habe mich auch sehr für meine Schwester gefreut. Sie hatte lange darauf hingearbeitet und durfte schliesslich dieses Erfolgserlebnis feiern.» Mit dem Treffer gegen Mazedonien war Lena Göppel massgeblich beteiligt an einem historischen Sieg: Es war der erste einer Frauen-Nationalmannschaft in der Geschichte des LFV.

Was seine eigene Torvorlage in Lausanne betrifft, gibt sich Maximilian Göppel zurückhaltender. Gefreut habe es ihn aber natürlich schon: «So eine Aktion gibt einem ein gutes Gefühl.» Er sei froh, der Mannschaft nach anfänglicher Wartezeit in der Rückrunde nun «aktiv helfen zu können». Gleichwohl betont er, dass in den restlichen Spielen der Meisterschaft noch einmal eine Leistungssteigerung notwendig sei: «Mit dem Sieg in Lausanne haben wir noch gar nichts erreicht. Am Samstag (20 Uhr) müssen wir gegen GC noch viel besser spielen.»

Diese Einstellung wird auch Trainer Vrabec schätzen. Der Frankfurter, der auch lange Zeit im Nachwuchsbereich gearbeitet hatte, weiss, wie man junge Spieler fördern muss. Er sagt: «Maxi muss jetzt noch ein bisschen mutiger werden, er braucht noch mehr Selbstvertrauen.» Und der ehemalige Cotrainer des FC Luzern sagt weiter: «Wenn er noch mehr verinnerlicht, dass er jetzt ein Super-League-Profi ist, dann glaube ich, hat er noch einen grossen Weg vor sich.»

 

(mp)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Sport
Liechtenstein|heute 08:30
Kaiser steigert sich in Innsbruck deutlich
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.