Wurde am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet: der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi. (Archivbild)
Politik
International|10.02.2019

Saudischer Staatsminister: Verbleib von Khashoggi-Leiche unklar

WASHINGTON - Trotz der Inhaftierung der mutmasslichen Mörder des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi weiss die Regierung in Riad nach eigenen Angaben immer noch nicht, wo die Leiche des Regierungskritikers ist. Laut dem Aussen-Staatsminister dauern die Ermittlungen an.

Wurde am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet: der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi. (Archivbild)

WASHINGTON - Trotz der Inhaftierung der mutmasslichen Mörder des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi weiss die Regierung in Riad nach eigenen Angaben immer noch nicht, wo die Leiche des Regierungskritikers ist. Laut dem Aussen-Staatsminister dauern die Ermittlungen an.

In der am Sonntag ausgestrahlten Sendung "Face the Nation" des US-Senders CBS antwortete der saudiarabische Aussen-Staatsminister Adel al-Dschubeir auf die Frage, wo Khashoggi zerstückelter Leichnam sei: "Wir wissen es nicht."

Auf Nachfrage, warum die inhaftierten Verdächtigen dies nicht preisgäben, sagte al-Dschubeir: "Wir ermitteln noch." Es gebe "eine Reihe von Möglichkeiten und wir fragen sie, was sie mit der Leiche getan haben". Er rechne damit, "dass wir am Ende die Wahrheit herausfinden werden".

Khashoggi, der für die "Washington Post" Kolumnen geschrieben hatte, war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudiarabischen Agenten getötet worden. Nach Angaben aus Riad hatte der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmad al-Assiri den Einsatz angeordnet, um den im US-Exil lebenden Regierungskritiker in die Heimat zurückzuholen. Der Einsatzleiter habe dann vor Ort eigenständig entschieden, Khashoggi zu töten.

Elf Angeklagte

Al-Dschubeir sagte dazu in dem CBS-Interview, die Täter hätten "ausserhalb ihres Autoritätsbereichs" gehandelt. Elf Verdächtige seien wegen des Verbrechens angeklagt worden.

Das Interview mit dem saudiarabischen Staatsminister war am Freitag aufgezeichnet worden. An diesem Tag hatte US-Präsident Donald Trump eine Frist des Kongresses verstreichen lassen, der eine Stellungnahme zu der Frage gefordert hatte, wer Khashoggi tötete. Der US-Geheimdienst CIA war zu dem Schluss gekommen, dass hinter der Tat wahrscheinlich der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman steckte.

Das Weisse Haus machte sich diese Schlussfolgerung, der Riad wiederholt vehement widersprach, jedoch nicht zu eigen. Saudi-Arabien ist ein wichtiger Verbündeter der USA und ein Grosskunde der US-Rüstungsindustrie.

CIA: Drohung von Kronprinz abgefangen

Die "New York Times" berichtete vor ein paar Tagen, die CIA habe Kommunikation mit einer Drohung von Kronprinz Mohammed abgefangen. Demnach sagte der Kronprinz 2017 einem hochrangigen Mitarbeiter, dass er Khashoggi "mit einer Kugel" verfolgen werde, wenn der Journalist nicht nach Saudi-Arabien zurückkehre.

Al-Dschubeir sagte dazu auf CBS, er kommentiere "keine Berichte auf Grundlage anonymer Quellen". "Der Kronprinz hat, wie wir wissen, das nicht angeordnet. Das war keine von der Regierung gebilligte Operation", versicherte der Aussen-Staatsminister.

(sda / afp)

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