Im Rahmen von den im November 1938 vom Naziregime in ganz Deutschland organisierten Gewalttaten wurden etwa in Hamburg Juden verfolgt, verschleppt und zur Schau gestellt. (Archivbild)
Kultur
International|08.11.2018

Yad Vashem zeigt 80 Jahre nach Pogromnacht Ausstellung im Netz

TEL AVIV - Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem präsentiert zum 80. Jahrestag der Pogromnacht eine Online-Ausstellung. Vom 9. auf den 10. November 1938 verwüsteten Nazis Tausende jüdische Einrichtungen und verschleppten über 30'000 Juden in Konzentrationslager.

Im Rahmen von den im November 1938 vom Naziregime in ganz Deutschland organisierten Gewalttaten wurden etwa in Hamburg Juden verfolgt, verschleppt und zur Schau gestellt. (Archivbild)

TEL AVIV - Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem präsentiert zum 80. Jahrestag der Pogromnacht eine Online-Ausstellung. Vom 9. auf den 10. November 1938 verwüsteten Nazis Tausende jüdische Einrichtungen und verschleppten über 30'000 Juden in Konzentrationslager.

Yad Vashem zeigt auf seiner Internetseite multimedial die Geschichten von deutschen und österreichischen Juden, die jene Nacht erlebt haben. Die Online-Ausstellung besteht aus Dokumenten, Fotos und privaten Briefen der Zeitzeugen mit Erklärungen und Hintergrundtexten, sowie Videointerviews mit den Zeitzeugen.

Die meisten Ausstellungsstücke stammen aus der Sammlung von Yad Vashem. Einige Geschichten würden in der Ausstellung jedoch zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert, hiess es in einer Mitteilung der Gedenkstätte.

Auftakt zur Judenvernichtung

Die Ausstellung zeigt zum Beispiel die Reisepässe der Eheleute Zack. In der Pogromnacht wurde ihr Haus in Neidenburg im damaligen Ostpreussen gestürmt. Die Nazis griffen sie mit Messern an. Die Ehefrau Minna starb, ihr Mann Aron überlebte schwer verletzt und floh später nach Argentinien, wie in einem dazugehörigen Text steht.

Die Ausstellung "The Kristallnacht Pogrom" wird nach Angaben von Yad Vashem auch von Deutschland unterstützt. Die von den Nazis übernommene Bezeichnung "Reichskristallnacht", die auf die vielen Scherben in den Strassen anspielte, lehnen Historiker heute allerdings als verharmlosend ab. Die Pogromnacht gilt als Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

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