Matthias Sempach musste in den letzten zwei Saisons seiner Karriere leiden
Sport
Schweiz|10.08.2018

Verletzungen bewegen Matthias Sempach zum Rücktritt

SCHWINGEN - Matthias Sempach, der Schwingerkönig 2013, beendet mit 32 Jahren die Karriere. Der Alchenstorfer gibt an einer Medienkonferenz vor dem Berner Kantonalfest vom Sonntag den Rücktritt bekannt.

Matthias Sempach musste in den letzten zwei Saisons seiner Karriere leiden

SCHWINGEN - Matthias Sempach, der Schwingerkönig 2013, beendet mit 32 Jahren die Karriere. Der Alchenstorfer gibt an einer Medienkonferenz vor dem Berner Kantonalfest vom Sonntag den Rücktritt bekannt.

Sempach wird das Berner Kantonale in Utzenstorf und den Schwägalp-Schwinget vom 19. August, die letzten zwei Kranzfeste der Saison, nicht mehr bestreiten.

Ausschliesslich gesundheitliche Probleme haben den Schwinger zu dem endgültigen Schritt bewogen. Zuletzt litt Sempach ab Anfang Mai an erheblichen Rückenproblemen. Er zog sich einen Bandscheibenvorfall und später eine weitere Rückenwirbelverletzung zu.

"Ich fragte die Ärzte, was sie davon hielten, wenn ich die Karriere fortsetzen würde. Sie rieten mir ab", sagte Sempach. Damit war für ihn der Fall klar. Er wollte seine Gesundheit nicht für das Schwingen aufs Spiel setzen. Mit der lädierten Wirbelsäule hätte bei der unablässig hohen Belastung sogar eine Lähmung drohen können."

Nicht nur die laufende, auch die vorangegangene Saison war für den Schwinger aus dem nördlichsten Teil des Emmentals unerfreulich. Am Berner Kantonalfest in Affoltern vom 9. Juli verletzte er sich am Oberschenkel. Erst wenige Tage vor dem Saisonhöhepunkt, dem Unspunnenfest von Ende August in Interlaken, konnte er wieder normal trainieren und schwingen. Er hatte aber bei weitem noch nicht die gewohnte Stärker erreicht, sodass er nicht um einen Spitzenplatz mitschwingen konnte. Er beendete diesen Wettkampf mit eidgenössischem Charakter im 6. Rang - nach aufgeschlüsselten Platzierungen im 17. Rang.

Als er im besten Alter frei von Verletzungen schwingen konnte, war Sempach oftmals schier unbezwingbar. Am beeindruckendsten war der Auftritt am Eidgenössischen Fest 2013 in Burgdorf. Auf dem Weg zum Königstitel bettete er - wir es drei Jahre vorher Kilian Wenger getan hatte - alle acht Gegner ins Sägemehl, zuletzt Matthias Glarner und im Schlussgang Christian Stucki.

Zwölf Monate später war Matthias Sempach auch am Kilchberger Schwinget unanfechtbar. Nach einem Gestellten zum Auftakt gegen Andreas Ulrich bodigte er fünf weitere Eidgenossen, unter ihnen Philipp Laimbacher im Schlussgang.

2010, mit 24 Jahren, wäre Matthias Sempach in Frauenfeld schon reif gewesen, um erstmals Schwingerkönig zu werden. Aber eine überraschende, nach dem Kampfverlauf eher zufällige Niederlage gegen den Appenzeller Michael Bless kostete ihn letztlich zu viele Punkte.

Am Schluss der Karriere kann Matthias Sempach ein eindrucksvolles Palmarès mit 106 Kränzen vorzeigen. Er gewann 36 Kranzfeste, darunter neun Bergkranzfeste und fünf Teilverbandsfeste. Den eidgenössischen Kranz sicherte er sich erstmals 2007 in Aarau und danach drei weitere Male.

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Sport
Schweiz|vor 1 Stunde
Kein Favorit am Mittag mit drei Siegen
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung