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Leserbrief

Was nützt den nicht gewählten Frauen ein gutes Ansehen?

Helen Marxer, Floraweg 19, Vaduz | 1. Juli 2017

Stephan Agnolazza hält nichts von der Aufklärungsarbeit zur Geschlechterquote, wie sein Kommentar im «Vaterland» gestern zeigt. Daher kam in seinem Artikel auch nur Quotengegner M. Pedrazzini zu Wort: «Die Quote ist meines Erachtens eine schlechte Lösung. Sie widerspricht meinem persönlichen Verständnis von Demokratie und Emanzipation und schwächt das Ansehen sowie die Anerkennung der Leistungen von Frauen in der Politik.» Ja, was nützt aber den Frauen ein gutes Ansehen und die Anerkennung ihrer politischen Leistungen, wenn sie nicht gewählt werden? Gar nichts und genau deshalb braucht es eine Geschlechterquote. Was den Frauen zusteht, nämlich in allen politischen Gremien angemessen vertreten zu sein, darf nicht von einer Abstimmung abhängig gemacht werden. Die Regierung ist zuständig, sie muss dafür sorgen. Das Wahlgesetz sorgt ja auch für eine angemessene Vertretung des Unterlandes und für eine gerechte Vertretung aller Parteien (Proporz). Es hätte nichts gebracht, für das Stimmrecht die Männer zu beknien und darum zu betteln. Die Frauen mussten Druck auf die politisch Verantwortlichen ausüben, damit die Politiker Massnahmen zur Einführung der politischen Rechte für die Frauen ergriffen haben. Ganz ähnlich ist es bei der gerechten Vertretung der Frauen, es braucht Massnahmen und nicht eine Abstimmung. Es reicht völlig, dass man für das Frauenstimmrecht drei Mal eine Urnenbefragung durchgeführt hat! Ganz anders, nämlich neutral, war die Berichterstattung im «Volksblatt». Silvia Böhler berichtete sachlich. Sie hält ihre Leser/-innen für fähig, sich selbst eine Meinung zu bilden. Danke, Frau Böhler.


Helen Marxer, Floraweg 19, Vaduz

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