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Leserbrief

Einsatz für die Oper

Leopold Huber, Autor und Regisseur,Rigishus, 8595 Altnau | 7. März 2016

Opernfestspiele

In Werdenberg geschieht alle zwei Jahre Erstaunliches. Die als elitär verrufene Oper findet im Schlosshof breite Zustimmung durch alle Bevölkerungsschichten. Das ist bestes Volkstheater im Sinne von Brecht und Horvath. Kunst und Kultur soll Grenzen überwinden und verbinden. Wer Dinge zusammenbringt, die vorher nicht zusammen waren, verändert die Welt.
Die Qualität der professionellen Opernaufführungen liegt über Stadttheaterniveau, weil punktgenauer besetzt werden kann. Die besten Sängerinnen und Sänger, die auf dem freien Markt zu finden sind, kommen nach Werdenberg. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Opernfestspiele nicht importiert wurden, sondern vor Ort gewachsen sind, wie ein gut verwurzelter Baum. Davon zeugt das grosse Engagement des Opernchores und der ehrenamtlichen Organisation. Dieser Einsatz, verbunden mit den professionellen Künstlern, verleiht den Aufführungen eine besondere Kraft, die auf die Zuschauer überspringt.
Den Opernfestspielen kommt auch das Verdienst zu, Schloss Werdenberg vor 30 Jahren aus dem Dornröschenschlaf erweckt und im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert zu haben. Die Angebote auf Schloss Werdenberg sind mittlerweile vielfältig und sie sollen einander befruchten. Museums- und Ausstellungsbesucher werden auf die Oper aufmerksam, Opernbesucher können in den Programmen der Schlossmediale interressante neuere Formate erleben. Dabei geht es nicht um altmodisch oder neumodisch; die Kunst soll die Menschen ergreifen, dann ist sie bei den Leuten und aktuell, egal in welchem Kleid.
Wenn es die Opernfestspiele nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Deshalb bitte ich alle Freundinnen und Freunde von Kunst und Kultur, alle politischen Verantwortungsträger, die Auflösung der Opernfestspiele Werdenberg zu verhindern. Was einmal weg ist, kommt nie wieder.
Ich bitte die Verantwortlichen des Kantons, dem das Schloss untersteht, die Benützung des Schlosses klar zu regeln, und die beiden Vereine Genossenschaft Werdenberger Schlossfestpiele und Verein Schloss Werdenberg auf ihre Pflichten und Rechte hinzuweisen. Es ist genug Platz für alle da. Ein unausgesprochener Abnützungskampf zwischen den Vereinen ermüdet und vernichtet wichtige Ressourcen, die für ein engagiertes Arbeiten unerlässlich sind. Weiter bitte ich die Genossenschafter der Schlossfestpiele, gegen den Auflösungsantrag zu stimmen. Weiter bitte ich den Vorstand, den Schwung aus den Diskussionen mitzunehmen, und unverzüglich mit den Vorbereitungen für die Schlossfestspiele 2017 zu beginnen. Denn jetzt braucht es ein klares Statement: Für die Oper.
Für die Oper einsatzfreudige Zuschauerinnen und Zuschauer sollen schon jetzt ihre Eintrittskarten für 2017 kaufen.


Leopold Huber, Autor und Regisseur,
Rigishus, 8595 Altnau

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