Leserbrief

Gleich lange Spiesse schaffen

Franz Kehl,Sägastrasse 29, Triesen | 3. März 2016

Dienstleistungserbringung

Was ist zwischen Liechtenstein und der Schweiz betreffend Dienstleistungserbringung los? Unsere Freizügigkeit ist leider nur einseitig.

Damit die liechtensteinischen Unternehmer in der Schweiz Arbeiten ausführen können, brauchen sie für jeden Arbeiter (nach der Schweiz) vor Arbeitsbeginn eine Bewilligung und müssen eine Kaution hinterlegen, damit die Arbeiten überhaupt ausgeführt werden können. Es muss für jeden Arbeiter eine Bewilligung eingeholt werden, auch für solche, die in der Schweiz wohnen (auch Schweizer Bürger) und in der Schweiz Steuern zahlen und im Land Liechtenstein keine Steuern bezahlen – nicht einmal wie andere Länder, z. B. Österreich, 4 Prozent Quellensteuer. Es müssen sämtliche Stunden und Lohnabrechnungen abgegeben werden. Schweizer Unternehmer können bei uns Arbeiten ausführen, ohne Anmeldung, erhalten ohne Problem eine Jahresbewilligung, werden nicht kontrolliert.
Ist es unseren Politikern nicht möglich, eine Lösung zu finden, damit wir die gleichen Voraussetzungen/Bewilligungen haben? Auch Schweizer Grenzgänger nach Liechtenstein, die in der Schweiz wohnen, dürfen ohne Bewilligung keine Arbeit in der Schweiz ausführen. So was kann doch nicht sein. Sie bekommen den Lohn von Liechtensteiner Firmen und zahlen die Steuern voll in der Schweiz. Ist das grenznachbarliche Abkommen so, dass man 100 Meter über den Rhein ohne Bewilligung nicht arbeiten kann (sogar Schweizer Bürger)?
Man könnte ja auch einen Grenzzaun aufstellen, aber das geht nicht, weil es ja einseitig wäre. Die Schweizer möchten in Liechtenstein arbeiten und den Zahltag mitnehmen, ohne uns was abzugeben (z. B. Quellensteuer, die jeder Grenzgänger, der in anderen Ländern wohnt, abliefern muss).
Auch nehmen die Schweizer Geschäfte die in Liechtenstein wohnhaften Kunden mit offenen Armen an, da sie auch in der Schweiz einkaufen mit genügend Schweizer Franken.

Franz Kehl,
Sägastrasse 29, Triesen

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