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Leserbrief

Die überbordende «liechtensteinische» Lust am Schneepflügen und Salzen ...

Mario AmannKirchstrasse 63, Vaduz | 16. Januar 2017

Winterdienst

... nimmt langsam Formen einer lächerlichen Manie an! Ich hatte die Freude, in den Tagen der grossen Schneefälle in Bezau (Bregenzerwald) und im benachbarten Werdenberg (Buchs und Sevelen) verschiedene schneeweisse Quartierstrassen zu befahren, die allesamt weissgeräumt – d. h., gepflügt aber nicht gesalzen – waren. Zudem war auch die Kantonsstrasse zwischen Sevelen und Buchs mit einer leichten Schneedecke belegt, aber durchaus gut befahrbar. Jeder erfahrene Autofahrer weiss, dass auf gut plattgewalzten Schneefahrbahnen ein Fahren so sicher wie z. B. auf einer Naturstrasse möglich ist.Es ist mir daher unverständlich, warum bei uns die Strassen bis auf den nackten Asphalt «salzgeräumt» werden (obwohl die Gemeinden immer Weissräumung propagieren). Mit Ausnahme von steil abfallenden Einfahrten in die Landstrasse sehe ich im Talgebiet auf Nebenstrassen keinerlei zwingende Gründe für einen derartigen Salzeinsatz. Das Resultat ist Pflotsch, der zudem zu Eis gefrieren kann. Ein gut weissgeräumte Fahrbahn wird so schnell nicht zu Eis! Unverständlich ist auch, warum verkehrsfreie Fuss- und Radwege (inkl. Rhein- und Binnendamm) mehrmals gepflügt und gleichzeitig mit Salz zugedeckt werden. Jeder Fussgänger freut sich, knirschenden Schnee unter den Füssen zu haben und ein vernünftiger Mensch weiss, dass er beim Gehen auf schneebedeckten Wegen eine erhöhte Vorsicht walten lassen muss. Die Gemeinden müssen mündigen Bürgern nicht jegliche Eigenverantwortung (Stichwort: Haftung!) abnehmen, indem sie Fusswege komplett vom Schnee befreien. Auf grauem Pflotsch zu spazieren, macht überhaupt keinen Spass. Berappt wird dieser übertriebene Aufwand zudem vom Steuerzahler (der solchen wahrscheinlich gar nicht wünscht ..!) Ich kann mich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass es «dem Kind im Manne» einfach Spass macht, schon in aller Frühe mit seinen Hightech-Schneeräumgeräten der weissen Pracht so richtig an den Kragen zu gehen ... Zudem klingelt bei privaten Unternehmern ja auch ein zusätzlicher Lohnbatzen in ihrem Kässeli für die zahlreich aufzuschreibenden Arbeitsstunden beim Pflügen. Auch den zahlen wir mit unserem Steuerobolus! Ich appelliere an die verantwortlichen Stellen beim Land und den Gemeinden, diesen Schneebekämpfungs-Irrsinn um 2/3 auf ein vernünftiges und verantwortliches Mass zu reduzieren. Im benachbarten Ausland geht’s ja auch; warum also nicht bei uns ...?

Mario Amann
Kirchstrasse 63, Vaduz

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