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Leserbrief

Landesspital – alles richtig gemacht?

Fraktion der Freien Liste | 2. September 2017


Zur Sicherstellung der Liquidität braucht das Landesspital in diesem Jahr 2.5 Mio. Franken und in den nächsten zwei Jahren weitere 2 Mio. Franken. Zudem sollen noch in diesem Jahr für den Aufbau einer Akutgeriatrie knapp 10 Mio. Franken gesprochen werden. Laut den Verantwortlichen des Landesspitals und der Regierung wurden keinerlei strategische Fehler gemacht. Der Schwarze Peter wird den Belegärzten in die Schuhe geschoben, die eine Privatklinik in Bendern gebaut haben. Die Medicnova sei verantwortlich für den «überraschenden» Einbruch der Fallzahlen im ambulanten und stationären Bereich, obwohl diese Entwicklung seit Jahren absehbar war.
Gedeckt von der Regierung sollen laut dem Plan des Landesspitals die Patienten bis in drei Jahren wieder wie vorher ins Landesspital strömen und es werde alles wieder in Ordnung sein. Aber woher sollen diese Patienten kommen?
Das Einzugsgebiet für ein kostendeckendes Regionalspital wie Vaduz müsste ungefähr 100 000 Personen umfassen, wohlgemerkt ohne Konkurrenz aus Grabs, St. Gallen, Feldkirch und dem Inland. Das Potenzial umfasst in der Realität im besten Fall jedoch knapp 40 000 Personen in Liechtenstein.
Zudem wird eine Konkurrenzstrategie mit Grabs gefahren. Vaduz bietet sehr ähnliche Leistungen an. Mit dem Notfall, der einfache und häufige Fälle behandelt, werden die Hausärzte konkurrenziert, die genau das Gleiche machen, nur eben wesentlich günstiger. Dies gilt auch für die sogenannte Grundversorgung.
Dass Patienten in grosser Zahl vom topmodernen Grabs nach Vaduz wechseln, ist unwahrscheinlich. Die Leistungen der Hausärzte im Landesspital zu zentrieren, käme wesentlich teurer.
Noch einmal: Woher sollen die fehlenden Patienten kommen? Es bleibt eigentlich nur eine Mengenausweitung, die Regierungsrat Pedrazzini bei den Ärzten – gerechtfertigt oder nicht – auf das Bitterste bekämpft, weil sie Kostensteigerungen für den Prämienzahler zur Folge haben. Genau das scheint nun aber die Lösung für das Landesspital zu sein. Dieser Nachtragskredit ist die Spitze eines Eisbergs namens «verfehlte Gesundheitspolitik».
Die Fraktion der Freien Liste wird diese Strategie nicht länger mittragen und den Kredit zur Sicherstellung der Liquidität ablehnen. Ohne Strategiewechsel ist die Zukunft des Landesspitals höchst fraglich und die Arbeitsplätze sind dann definitiv gefährdet. Ein Totalverlust auf Kosten der Prämien- und Steuerzahler ist absehbar und wird mit diesem Vorgehen nur hinausgezögert und verteuert.

Fraktion der Freien Liste

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