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Leserbrief

Ein überzeugtes Ja für die Casinos?

Michael Konzett, Schlossweg 1, Balzers | 25. Januar 2023

Gut 50 Millionen Franken pro Jahr wollen die Casinobetreiber gemäss eigenen Aussagen künftig an Steuern in unsere Staatskasse einzahlen. Gut das Doppelte davon, also gegen 80 bis 100 Millionen, bleiben aber in den Kassen der Casinos hängen, denn die Spielbranche muss natürlich ja auch von etwas leben. Das sind dann also konservativ gerechnet insgesamt circa 130 bis 150 Millionen im Jahr, die die Besucher und Spieler hierzulande netto ausgeben oder eben verspielen sollen. Diese Millionen, die vorher erarbeitet wurden, hinter denen eine Wertschöpfung steht, werden neu in «Glücksversprechen» investiert. Es findet keine Wertschöpfung statt, es entsteht kein Mehrwert, sondern das Geld wird durch die Glückspielindustrie einfach abgeschöpft, von vielen Taschen in neu nur eine, üblicherweise von Arm zu Reich. Um die 130 Millionen Franken werden so jährlich umverteilt, fehlen also in der gesamten Region sowie einem guten Teil unserer Gesellschaft, wenn die Erwartungen der Casinobetreiber eintreffen. Reichen dann die 50 Millionen, die wir als Staat dafür bekommen, um die 130 Millionen oder mehr an fehlender Kaufkraft und sonstigen Defiziten in der Bevölkerung und Region wieder aufzufangen? Also volkswirtschaftlich ein Gewinn und wirklich so viel mehr Nutzen als Schaden, wie ein Artikel im «Vaterland» vom 17. Januar verhiess? Oder vielleicht insgesamt doch etwas, was die Schere zwischen Arm und Reich auch bei uns immer weiter vergrössert?

Michael Konzett,
Schlossweg 1, Balzers

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