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Leserbrief

Liechtenstein ist ohne Casinos verlässlicher!

IG Volksmeinung | 7. Dezember 2022

Die Politik wird angesichts der Gefahr, dass die Casino-Herrlichkeit in fünf Jahren zu Ende sein könnte, nicht müde, das Narrativ von der Verlässlichkeit des Wirtschaftsstandorts zu strapazieren. Lobbyisten könnten den Spielbankenbereich nicht inbrünstiger verteidigen, als es vor allem die Wirtschaftsministerin tut. Dabei übersieht sie fundamentale Mechanismen:
• Die Politik hat einen Fehler gemacht, als sie ohne Absicherungsmöglichkeit die Schleusen ganz öffnete. Die Casinos ihrerseits haben die Situation auf unverantwortliche Weise ausgenutzt, wild drauflos gewirtschaftet und einen Grossteil in Spielhöllen verwandelt; sie tragen eine Teilschuld an der Misere.
• Es rächt sich, einen erkannten Fehler nicht zu korrigieren. Falscher Stolz kostet viel und hat Langzeitfolgen.
• Die Casinos schreiben ständig vom Verdrängungswettbewerb. Es ist offenkundig, dass sie taktisch bewusst verschiedene Plätze besetzt hielten, um sie teilweise später wieder fallen zu lassen mit dem Vorwand, dass sich der Markt selbst regelt. Dabei ging es ihnen einzig um die längerfristige Konzentration an den besten Plätzen für einen geballten, viel höheren Bruttospielertrag.
•Es ist bekannt, dass Casinos allgemein einen fragwürdigen Ruf haben; vieles ist im Graubereich. Die Gefahr ist gross, dass Firmen anderer Branchen, die sich in Liechtenstein niederlassen möchten, von dieser Situation abgeschreckt werden.
• Wie die Casinos das Recht haben, sich zurückzuziehen, hat auch der Staat ein legitimes Rücktrittsrecht, wenn sich seine Überzeugung ändert.
Wenn wir keine Casinos mehr haben, ist das ein Mehrwert für unseren Ruf. Dafür werden wir von anderen Staaten anerkannt und mit Ansehen und Vertrauen belohnt.

IG Volksmeinung

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