Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Liebe lässt sich nicht verordnen

Prof. Dr. Eva Rieger, Fürst-Johannes-Strasse 1, Vaduz | 1. Oktober 2022

Zum Leserbrief von Urs Kindle: Eine Freundin von mir, die jahrzehntelang mit ihrer Partnerin gelebt hatte, musste nach deren Tod auf ihr eigenes Geld, das sie auf einem gemeinsamen Konto hatte, Steuern zahlen, weil sie juristisch ein «Niemand» war. Die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften seitens des Staates gibt diesen eine gesetzliche Sicherheit. Warum soll das falsch sein? Schlägt Herr Kindle auf die Ehe für alle und meint damit seine allgemeine Abneigung gegenüber Homosexuellen und Lesben? Die Liebe lässt sich aber nicht kanalisieren. Was machen Sie, wenn Ihre Tochter Ihnen offenbart, dass sie eine Frau liebt und mit ihr zusammenleben will? Sie können die Liebe nicht aus einem Menschen herausprügeln. Sie und andere Ultrarechte sollten endlich mit der Verbrämung ihrer aggressiven Abneigung aufhören. In der britischen «Times» las ich kürzlich, dass laut einer Untersuchung 64 Prozent der befragten Mädchen im Alter von 13 bis 21 Jahren angaben, dass sie in der Schule oder an der Universität sexuelle Belästigung erlebten. Sie sollten Ihre lobenswerten Energien eher auf dieses Problem richten, anstatt sich gegen Paare zu wenden, die nicht mehr heimlich ihre Liebe ausleben wollen, wie sie es bislang taten, aus Angst vor Leuten wie Ihnen.

Prof. Dr. Eva Rieger,
Fürst-Johannes-Strasse 1, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung