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Leserbrief

Es kann jede(n) treffen – Teil 1

Claudia Predicatori-Stadler, Familien- & Beziehungscoach, Kapellgasse 8, Arbon | 29. September 2022

Ich kann mir die Last, welche Aurelia Frick und René Schierscher von den Schultern fiel, als sie den Freispruch wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch erhielten, nur allzu gut vorstellen. War ich doch selbst am Anfang Beschuldigte in dieser unsäglichen Geschichte. Es begann nicht erst mit dem Prozess, schon beim Sonderlandtag und davor: Selektive Rechnungen wurden online gestellt, Namen wurden genannt und veröffentlicht. Von Unschuldsvermutung und Datenschutz keine Spur. Fakten, die zur Meinungsbildung oder gar zur Entlastung hätten beitragen können, fanden nie den Weg an die Öffentlichkeit. Im Gegenteil, man liess keine Möglichkeit aus, die Beteiligten im schlechten Licht darzustellen und dies, ohne sie je persönlich zu Wort kommen zu lassen. Es galt in keinster Weise je die Unschuldsvermutung.
Mir wurde eine Fakefirma untergeschoben, auch dann noch, als klar war, dass dies nicht so war. Nur nebenbei: Ich habe tatsächlich für Frau Frick gearbeitet! Die Firma meines Mannes wurde ins Feld geführt, obwohl diese nie etwas mit dem Fall zu tun hatte. Bei der Befragung durch die Polizei wurde auch mir mit einer Hausdurchsuchung gedroht, bei welcher das Geschäft meines Mannes auf den Kopf gestellt würde. Als Maria Pinardi zum Verhör musste, behauptet die Polizei ihr gegenüber Dinge, die ich hätte gesagt haben sollen, ich aber nie äusserte. Als Frau Pinardi dann darauf bestand, mit mir zusammen bei der Polizei zu erscheinen und wir den Polizisten mit diesen Unterstellungen konfrontierten, behauptet er, das gehöre zu den Verhörstrategien.
Weiter erklärte der besagte Polizist uns (ihm war von Anfang an klar, dass er es mit Rechtslaien zu tun hatte), wir müssten keine Angst haben, er würde für uns eine sogenannte Diversion vorschlagen, denn er hätte nicht uns im Visier, sondern sie: Aurelia Frick! Dabei zeichnete er mit seinen Fingern einen Kreis auf den Schreibtisch und zeigte in die Mitte. Ich erspare Ihnen die Details, die darauf folgten. Frau Pinardi und ich weigerten uns wegen genau dieser Erfahrungen und aus mangelndem Vertrauen, erneut in Vaduz auszusagen. Wir machten von unserem Recht Gebrauch, via Bern als Zeuginnen zugeschaltet zu werden….
Teil 2 folgt morgen (Zeichenbeschränkung).

Claudia Predicatori-Stadler,
Familien- & Beziehungscoach,
Kapellgasse 8, Arbon

Stellungnahme der Landespolizei

Gemäss Richtlinie 3.8 des Schweizer Presserates «Anhörung bei Schweren Vorwürfen» sind Betroffene vor der Publikation schwerer Vorwürfe anzuhören. Das «Volksblatt» hat die Liechtensteinische Landespolizei mit den von Claudia Predicatori-Stadler vorgebrachten Vorwürfen konfrontiert und dazu folgende Stellungnahme erhalten:

Praktisch gleichlautende Vorwürfe gegen die Landespolizei, wie sie Frau Predicatori-Stadler in ihrem Leserberief erhebt, hat eine andere Verfahrensbeteiligte bereits früher auch schon gegenüber dem Verein für Menschenrechte (VMR) vorgebracht. Nach Abschluss der auf Art. 4 Bst. d VMRG gestützten Untersuchung hat der VMR am 15. Juli 2022 der Landespolizei schriftlich seinen Befund mitgeteilt und festgehalten: «Es können keine Hinweise auf systemische Mängel im Verfahren festgestellt werden. Ungebührliches Verhalten oder Tonalität wie auch eine persönliche Befangenheit von Seiten des ermittelnden Beamten wurde von der Mehrheit der einvernommenen Personen nicht bestätigt bzw. den Vorwürfen wurde widersprochen.» Personen, die sich von der Landespolizei ungerecht oder ungebührend behandelt fühlen, haben die Möglichkeit eine Beschwerde an den Polizeichef zu richten oder eine formelle Aufsichtsbeschwerde bei der Regierung einzubringen. Von beiden Möglichkeiten hat Frau Predicatori-Stadler keinen Gebrauch gemacht.

Jules Hoch, Polizeichef

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