Leserbrief

Zur Landtagsdebatte vom 31. August

Karl Jehle, Runkelsstrasse 29, Triesen | 21. September 2022

Wir, Christl Gstöhl-Jehle und ich, Karl Jehle, haben die Debatte während drei Stunden vor Ort mitverfolgt. Dabei ist uns einiges aufgefallen und einige Argumente haben uns sehr enttäuscht.
1. 10 Abgeordnete (von 24 anwesenden) waren schlussendlich für «Nichteintreten auf diese Vorlage»! (6 FBP, 4 VU) Quo vadis FL? Zählt nur noch Geld, Wirtschaftswachstum … und nicht der Mensch im Lande? 10 Volksvertreter verweigern sich der Diskussion eines für viele bedeutenden und belastenden Themas. Die Namen der Verweigerer sind bekannt!
2. Neben vielen abstrusen Argumenten waren es vor allem: «Zuerst die Vorlage des Armutsberichtes und der Altersstrategie abwarten, um dann zu entscheiden». Giesskannenprinzip… Diese wäre eine Verzögerung des Problems um weitere zwei bis drei Jahre. Solange können und wollen die AHV-Bezieher nicht mehr warten (Volksinitiative)!
3. Viele Wiederholungen: Bei den Voten ist uns aufgefallen, dass viele lange Wiederholungen (was bereits schon vorgängig gesagt wurde) nochmals abgelesen wurden. Ist das notwendig? Mehr Flexibilität.
4. Voten Regierungsrat M. Frick M. und Regierungschef D. Risch: Auch die Voten von Regierungsrat Frick fanden wir als deplatziert. Nicht diskutieren, stur auf seiner vorgefassten Meinung verharren. Auch Regierungschef Risch wollte das Problem mit der Bemerkung «Viele unserer AHV-Bezüger hätten ja die Pensionskasse vorbezogen und würden jetzt jammern» abtun. Wie viele sind es tatsächlich? Die meisten der AHV-Bezieher haben gar keine Pensionskasse.
5. AHV – Solidaritäts- und Generationenprojekt: Die heutigen Senior/-innen haben als 1954 die AHV eingeführt wurde, selbstverständlich die Älteren mit den Beiträgen mitfinanziert. Es ist daher unfair und verantwortungslos, die Generationen gegeneinander aufzuwiegeln. Davon distanzieren wir Älteren uns auf das Schärfste.
Wir stellen uns auch die Frage, wie viele Abgeordnete ihr Haus, das Grundstück auf dem dieses steht, von ihren Grosseltern, Eltern, Schwiegereltern geerbt haben? Diese haben es mit grossen Entbehrungen erworben und für die Jungen erhalten. Vermutlich haben sie auch eure Ausbildung, Studium etc., wesentlich mitfinanziert. Wie viele von euch hätten diese ohne diese Unterstützung geschafft? Wie viele von euch können dank der Obsorge für die Enkel durch Eltern, Gross­eltern einem Beruf nachgehen?
Alles bitte zum Nachdenken. Fortsetzung folgt.

Karl Jehle,
Runkelsstrasse 29, Triesen

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