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Leserbrief

15. August

Loretta Federspiel, Werthsteig 9, Mauren | 13. August 2022

Grillwürste, Magenbrot, Raclette, Pljeskavica, Frühlingsrollen, Marillenknödel, Getränke bei Flay, Zack Zack, Champagner und Wein, Tipps und Infos. Der Staatsfeiertag soll erlebnisreich und unvergesslich sein. So steht es im Programmheft für den Staatsfeiertag. In der eleganten, grösseren Broschüre mit den Interviews (gemeint ist das «Volksblatt»-Staatsfeiertagsmagazin, erschienen am 11. August, Anm. d. Redaktion) kommen junge Menschen zu Wort mit Formulierungen wie «… das Klima entlasten …», «… wobei klare Sanktionen und Verbote teils notwendig sind …», «… meinen ökologischen Fussabdruck so klein wie möglich zu halten …». Wollten diese grossen Kinder nie Wikinger sein und bei hohem Wellengang mit ihren drachenbewehrten Schiffen die Welt erobern? Sie ziehen kleine Schuhe an und plappern nach, was «von oben» kommt. Nachdem man grossspurig mitgelaufen ist bei den Sanktionen gegen Russland, ist «Klimaziele erreichen» wieder attraktiv, als könnte man unserem Planeten etwas vorschreiben. Nun kann man mangelnde Energieversorgung ideologisch verwerten und ins «Nachhaltigkeitsprogramm der Regierung» einspeisen. So «funktioniert Liechtenstein als Land sehr gut», sagt der Regierungschef.
Ich habe mich mindestens zwei Jahre lang nicht gut gefühlt. Mir und vielen anderen wurden mithilfe von Propaganda und Gehirnwäsche, Drohungen und Inzidenzlügen viel von der Freiheit genommen und die freie Meinungsäusserung geriet unter Druck. Besonders aber die Last der Unwahrheiten, wie sie jetzt mehr und mehr ans Licht kommen, wiegt immer noch schwer und hat mein Vertrauen in Menschen, die das Wort «Demokratie» ständig im Mund führen, «nachhaltig» gemindert.
Gerne hätte ich in den Interviews mit den Regierenden ein Wort dazu gehört, einen Anflug von Versöhnlichem. Aber die Frage nach der Ehe für alle ist jetzt offenbar wichtiger und attraktiver.
Auf dem Platz vor der Schellenberger Kirche kann man sich auf eine andere Sicht des Staatsfeiertages besinnen. Dort steht eine Skulptur von Hugo Marxer mit der Inschrift «… Die Standfläche dieser Skulptur ist sehr klein. So wie unser Land Liechtenstein … Wie der austreibende Trieb einer noch geschlossenen Knospe … So entwickelt Liechtenstein sich auf einer kleinen Fläche. Nach oben aber, in die geistige Richtung, muss unser Weg gehen.» Man darf sich dabei erinnern, dass unser Staatsfeiertag am Festtag Mariä Himmelfahrt begangen wird. Schön ist es, dabei die Augen auch nach oben zu wenden, dorthin, wo unsere Schätze angehäuft werden sollen.

Loretta Federspiel,
Werthsteig 9, Mauren

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