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Leserbrief

Amtschefin Gey macht sich einen schlanken Fuss?

Jens Ockert, Landstrasse 340, Triesen | 10. August 2022

Zum «Volksblatt»-Interview mit Katja Gey, erschienen am Montag, den 8. August:
Verflucht, der Arbeitsmarkt sei ausgetrocknet, offenbar das Bild eines Teichs in einer Dürrephase, das sich da im Kopf der Amtschefin festgesetzt hat. Im Eigenversuch habe ich einmal Bewerbungen über das Portal AMS.li versandt. Kurzum, die hauseigene Weiterleitung von Bewerbungen zu anonymen Arbeitgebern führt zu 100 Prozent keiner Kontaktaufnahme, auch zu keiner Absage. Das Amt für Volkswirtschaft begründet das damit, dass sie den Arbeitgebern keine Vorschriften machen wollen, wie sie mit Bewerbungen über das Portal umzugehen haben! Sanktionen gibt es offenbar nur für Arbeitssuchende? Anzuklickende offene Links zu Arbeitgebern führen manchmal zur Kontaktaufnahme, meist in Form einer Absage. Grundproblem ist m. E., dass sich Arbeitgeber grundsätzlich Bewerber ü50 wegen vermeintlicher höherer Kosten (Pensionskasse o. ä.) nicht leisten wollen, dann haben es vor allem Bewerber, die nicht aus Austria/FL stammen, zusätzlich schwer, offenbar eine Folge der Dominanz österreichischer, liechtensteinischer Mitarbeiter in den HR-Abteilungen im Land.
Das nächste Problem kommt in Form fehlender nomineller Qualifikation eigentlich geeigneter Seiteneinsteiger zum Tragen. Man sucht keine Persönlichkeiten, sondern nur Profile, da wirds halt automatisch eng für viele passende Bewerber. Die wie immer in Ämtern bemühte Statistik folgt dem Grundsatz, alles in Ordnung im Land, vergessen werden die Arbeitslosen, die aus DACH-Ländern ins Land kamen, irgendwann arbeitslos wurden und nun in ihren Ländern schwer zu vermitteln sind, weil sie zu lange in Liechtenstein tätig waren und damit länderspezifische Erfahrungen in DACH nicht mehr mitbringen. In Liechtenstein macht man sich einen schlanken Fuss, da diese Personen nun nicht mehr in der Statistik der Arbeitslosigkeit auftauchen, da sie in ihren Wohnsitzländern in die Statistik fallen.
Insgesamt ein System, das sich selbst ins Bein schiesst und einen verminderten Realitätssinn im Amt für Volkswirtschaft vermuten lässt. Meine Anmerkungen habe ich bereits vor einer Woche mit verschiedenen Mitarbeitern dort ausgetauscht, die aber damit so gar nichts anzufangen wussten und bitte nur noch für konstruktive Kritik in Zukunft mir zur Verfügung stehen (die E-Mail liegt mir in diesem Wortlaut vor!).
Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch in Dürrephasen, man müsste sich jedoch einmal den Bewerber anschauen und nicht nur sein Profil!

Jens Ockert,
Landstrasse 340, Triesen

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