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Leserbrief

Rückkehr zum Mischindex

Hansrudi Sele, Pradafant 1, Vaduz | 1. Juli 2022

Das Ergebnis der Abstimmung über die Franchisenbefreiung war ein überdeutlicher Wink mit dem Zaunpfahl an die «staatstragenden» Parteien, die beschämende jahrelange AHV-Rentenblockade mit der Rückkehr zum Mischindex endlich zu beenden. Für diese überfällige Korrektur braucht es weder einen Armutsbericht (absurd!) noch ein «generationenübergreifendes» Konzept (je komplexer, desto unmöglicher!), wie «staatstragend» und «ungeheuer verantwortungsvoll» immer wieder vorgebracht wird. Ein Landtagsbeschluss zur Rückkehr zum Mischindex genügt. Die von Johannes Kaiser und Manfred Kaufmann eingebrachte Fairness-Initiative gibt Gelegenheit dazu. Mal schauen, was die Volksvertretung damit macht. Die seinerzeitige Abkehr vom Mischindex war auch nicht generationenübergreifend, und, wie sich nachher zeigte, zur Sanierung der Staatsfinanzen in keiner Weise notwendig!
Die Ideen für eine umfassende «generationenübergreifende» AHV-Systemanpassung liegen auf dem Tisch, man müsste sie nur aufgreifen, bearbeiten, diskutieren und in eine Fassung bringen. Sie wurden seinerzeit aufgetischt, als der damalige Sozialminister plante, die 13. AHV-Rente «nur auslaufen zu lassen», sprich: abzuschaffen. Wozu dann die VU glücklicherweise nicht Hand geboten hat. Die Rentenblockade allerdings ist ein verdeckter Schritt zum sukszessiven Abbau der Rentenleistung. Zugegeben, die Grundsatzdiskussion braucht etwas Zeit. Mit dieser Diskussion und mit salbungsvollen Parteitagsreden jedoch überfällige Rentenanpassungen bis zum St. Nimmerleinstag zu «vertrölen», wird von der Mehrheit der Abstimmenden nicht mehr goutiert. Der Geduldsfaden ist überstrapaziert. Es hat weitere Zaunpfähle an Lager.

Hansrudi Sele,
Pradafant 1, Vaduz

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