Leserbrief

Corona und der Hang zu Fundamentalismus

Georg Kieber, Binzastrasse 8, Mauren | 25. Juni 2022

Ob der Journalismus mit oder an Corona gestorben ist, weiss ich nicht. In den Stuben des «Vaterlandes» hörten sie das «Siegesgeheul der Massnahmengegner» (verächtlich: «diese Szene») zum 2G-Entscheid des Staatsgerichtshofes. Das entging mir, aber ich sah das Kopfschütteln, als jene Zeitung den Titel zum Verfassungsbruch der Regierung im Konjunktiv setzte und die andere den Polizeibericht über die Zunahme von Hasstexten (Hate Speech) im Internet mit dem Foto einer Corona-Kundgebung illustrierte. Der Landtag wird die Regierung am 29. Juni zur Einführung von 2G ermächtigen und sich selbst des Einflusses, der Aufsicht und Verantwortung entziehen. Der «Notfall» zur Einführung von 2G ist programmiert. Bill Gates sagte im Interview mit dem ARD: «Wir werden den zu entwickelnden Impfstoff letztendlich sieben Milliarden Menschen verabreichen.» (Wer ist «wir»?). Die Schweiz kauft in diesem Jahr 33 Millionen Dosen (620 000 sind schon abgelaufen) für 830 Millionen Franken, für Liechtenstein fand ich keine Angaben. Und da soll uns keine Impfnötigung bevorstehen? Ein Abgeordneter verlangte bereits die «Impfpflicht auf Abruf». Die Zeitungen schwören uns ein: Man müsse Betriebsschliessungen (Konkurse) und die Überlastung des Gesundheitswesens vermeiden. Der Beelzebub verführt uns leichter, wenn er im Kleid des Guten daherkommt. Man wird aus positiven PCR-Tests wieder Infizierte, Kranke oder Fälle machen und, wenn die Statistik zu wenig hergibt, sucht man im Abwasser die Begründung für den Notfall. Unbeachtet bleiben die Defizite des Wundermittels Impfung. Sie verhindert weder die Ansteckung noch die Weitergabe des Virus, und die behaupteten milderen Verläufe sind kaum nachweisbar im Gegensatz zu den gut dokumentierten und oft schwerwiegenden Nebenwirkungen. Die Regierung wird sich auf «breiten wissenschaftlichen Konsens» berufen und die nicht zweckdienliche andere Meinung ignorieren. Die Medien werden Zustimmung durch Propaganda organisieren. Die Zeit wird kommen, in der Andersdenkende wieder ausgegrenzt oder lächerlich gemacht werden oder ein Etikett erhalten, an dem jeder sieht, dass man Angst vor ihnen haben muss. Die Regierung wird mit fürsorglicher Hand Massnahmen und Verbote erlassen, ihre Wahrheit wird eindeutig und der Feind wird klar erkennbar sein. Aber diese Eindeutigkeit ist auch ein Hang zu einer neuen Form von Fundamentalismus.

Georg Kieber, Binzastrasse 8, Mauren

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter