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Leserbrief

Mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht

Flüchtlingshilfe Liechtenstein | 23. Juni 2022

Seit 2001 wird jeweils am 20. Juni in rund 100 Ländern der Weltflüchtlingstag begangen. Am 4. Dezember 2000 erklärte die UN-Generalversammlung zum 50. Jahrestag der Gründung des UNHCR – Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen – den 20. Juni zum Weltflüchtlingstag. In vielen Ländern finden an diesem Tag Veranstaltungen statt, mit denen die Teilnehmenden ihre Solidarität mit Flüchtlingen zum Ausdruck bringen. Auch der Verein Flüchtlingshilfe Liechtenstein hat in den vergangenen Jahren – mit Unterstützung von Behörden und Vereinen – jeweils an diesem Tag mit einer Veranstaltung auf dem Peter-Kaiser-Platz in Vaduz auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam gemacht und zur Solidarität mit den Menschen aufgerufen, die unter anderem aufgrund von Gewalt, Verfolgung und Menschrechtsverletzungen zur Flucht gezwungen sind.
Dieses Jahr stellt in diesem Zusammenhang einen traurigen Höhepunkt dar. Die Zahl der weltweit flüchtenden Personen erhöhte sich aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nochmals deutlich. In wenigen Wochen wurden Millionen von Ukrainern und Ukrainerinnen zu Geflüchteten. Damit sind gemäss Zahlen der Vereinten Nationen derzeit erstmals mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht vor Konflikten, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Verfolgung. Hinter diesen unfassbaren Zahlen stehen Millionen von individuellen Schicksalen und schreckliche Geschichten: Unter den Vertriebenen befinden sich an die 40 Millionen Kinder – Zehntausende von ihnen unbegleitet. Ganze Generationen müssen unter schwierigsten Bedingungen aufwachsen und bekommen nicht die Chancen, die sie verdienen. Die Solidarität der Europäischen Staaten bei der aktuellen Flüchtlingskrise ist sehr gross. Dies trifft auch auf Liechtenstein zu. So erhielten die über 200 ukrainischen Flüchtlinge in unserem Land sofortigen Zugang zum Arbeitsmarkt, Anspruch auf Fürsorgeleistungen sowie Familienzusammenführung. Und ihre Kinder können die öffentliche Schule besuchen. Auch die Solidarität in der liechtensteinischen Bevölkerung ist gross. Die Mitarbeitenden der Flüchtlingshilfe sind aktuell sehr stark in die Betreuung und Unterbringung vor allem der ukrainischen Flüchtlinge eingebunden. Die Unterstützung der geflohenen Personen steht im Vordergrund, sodass wenig Raum bleibt für andere Projekte. Die Flüchtlingshilfe verzichtete deshalb dieses Jahr auf die Organisation einer Veranstaltung aus Anlass des Weltflüchtlingstages. Sie dankt für das Verständnis und hofft, dass sich möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohnern wie bisher für die Flüchtlinge im In- und Ausland einsetzen und ihre Solidarität mit den geflüchteten Personen zum Ausdruck bringen.

Flüchtlingshilfe Liechtenstein

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