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Leserbrief

Replik an Katrin Schmuck

Erich Hasler, stellvertretender Landtagsabgeordneter der DpL | 20. Juni 2022

Liebe Katrin, Du bist der Meinung, dass die Abschaffung der Franchise nicht funktioniere, weil nicht jeder Rentner zum Arzt gehe und der Anreiz steige, bei jedem Wehwehchen zum Arzt zu gehen. Dazu kann ich nur Folgendes sagen: Gemäss Statistik schöpfen 90 Prozent der Rentner die Franchise voll und 5 Prozent nur teilweise aus. Das heisst, dass nur 5 Prozent der Rentner in einem Jahr keinen Arzt konsultieren müssen. Im Alter kann man sich leider nicht mehr aussuchen, ob man zum Arzt geht oder nicht. Die Kostenbeteiligung von 10 Prozent bleibt zudem bestehen und wirkt immer noch als Kostenbremse.
Du unterstellst den Rentnern, dass sie bei jedem Wehwehchen zum Arzt rennen würden. Frag mal Deinen Hausarzt, er wird Dich eines Besseren belehren. Wenn es einem selbst gut geht, dann bedarf es umso mehr Empathie gegenüber jenen, die auf jeden Franken schauen müssen. Übrigens, Rentner zahlen die volle Krankenkassenprämie, im Land Arbeitende nur die Hälfte, die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Für viele Arbeitnehmende sind die Gesundheitskosten keine grosse Belastung, im Unterschied zu den Rentnern.
Die Prämienverbilligung ist nicht nur Rentnern zugänglich, sondern Personen allen Alters, die ein bestimmtes Einkommen nicht erreichen. Die Prämienverbilligung ist eine Hol- und keine Bringschuld. Die Prämienverbilligung jedem, der grundsätzlich ein Anrecht darauf hätte, nachzutragen, wäre um einige Millionen teurer als die Abschaffung der Franchise.
Jetzt geht es darum, die Rentnergeneration, die ganz wesentlich für heutigen Wohlstand verantwortlich ist, nicht im Regen stehen zu lassen. Alle sozialen Gruppen haben vom Aufschwung der vergangenen zehn Jahre profitiert, nur die Rentnergeneration nicht. Gemäss dem heutigen AHV-Gesetz wird es mindestens noch zwei oder mehr Jahre dauern, bis die AHV-Renten eine Anpassung erfahren, während in der Schweiz die AHV-Renten bereits im nächsten Jahr wieder erhöht werden.
Die 13. AHV-Rente wurde einst als soziale Errungenschaft gefeiert, heute ist sie von höheren Aus- und Abgaben mehr als aufgefressen worden. Auch wenn eine Rentenanpassung in zwei oder drei Jahren erfolgt, wird die 13. AHV-Rente nicht mehr wiederhergestellt. So etwas zuzulassen in unserem reichen Land, ist einfach nur beschämend!

Erich Hasler, stellvertretender
Landtagsabgeordneter der DpL

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