Leserbrief

Solidaritätsgedanken wird beschädigt

Peter Wachter für Die Unabhängigen (DU) | 18. Juni 2022

Eine Anpassung der AHV-Rente ­wäre notwendig, darin sind sich die meisten einig, denn die ursprüngliche Idee der AHV – ein Leben ohne finanzielle Nöte im Pensionsalter – erfüllt sie nicht mehr. Hätte die DpL den Seniorinnen und Senioren helfen wollen, dann wäre eine Initiative zur Anpassung des Gesetzes über die AHV das richtige Instrument gewesen. Die Befreiung von der Franchise bringt den wenigsten einen Zugewinn, denn nur wer im entsprechenden Jahr ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen muss, was man niemandem wünscht, profitiert, und viele brauchen diesen Zustupf nicht. Wie die AHV ist auch die Krankenkasse auf die Solidarität der Generationen angewiesen. Mit dem Bevorzugen einer Gruppe wird dieses System infrage gestellt und beschädigt. Vor allem wenn die ­Befreiung einer Gruppe zugute kommt, die nachweislich zu den Vermögendsten zählt. Die hohen Gesundheitskosten sind für einen grossen Teil der Bevölkerung zunehmend ein Problem, das nicht mit der Franchisen-Befreiung für Rentnerinnen und Rentner gelöst wird. Prämienverbilligungen und Ergänzungsleistungen sollten von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen abhängig sein, darüber könnten die Steuerbehörden am kompetentesten Auskunft geben und über die Leistungen, im Sinne einer «Negativsteuer», entscheiden. Die Franchisen-Befreiung hilft ­wenigen und solchen, die sie nicht brauchen – und sie beschädigt den Solidaritätsgedanken.

Peter Wachter für Die Unabhängigen (DU)

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