Leserbrief

Zugpferde in den Bildungsstall!

In der «Vaterland»-Ausgabe vom 15. Juni befasste sich der Beitrag «Gute Lehrerlöhne,... | 17. Juni 2022

In der «Vaterland»-Ausgabe vom 15. Juni befasste sich der Beitrag «Gute Lehrerlöhne, wenig Personalsorgen» mit der Problematik des Lehrermangels. Obwohl in der Schweiz mittlerweile von einer «verzweifelten Lage» gesprochen wird, habe man in Liechtenstein das Glück, «aus dem Pool von drei Ländern zu schöpfen – Liechtenstein, Schweiz und Österreich und teilweise auch Deutschland». Man sieht «[…] im Moment keinen Mangel an Lehrpersonen in Liechtenstein». Dieses Fazit erstaunt gleich mehrfach. Zum einen, weil im Inland über Jahrzehnte hinweg versäumt wurde, den Lehrerberuf für angehende Studierende attraktiv zu halten, insbesondere im Bereich Sekundarstufe I. Dementsprechend ist man mehr denn je von anderen abhängig; vor allem von jenen Nachbarländern, welche bereits heute unter stetig zunehmendem Lehrermangel leiden und teilweise über ein Herunter­setzen der Anforderungen in der ­Lehrerausbildung diskutieren – von Weitsicht kann somit keine Rede sein. Noch befinden sich anscheinend genügend Ponys im Bildungsstall, dennoch fehlen bereits derzeit die Zugpferde. Der Mangel an fähigem Lehrpersonal spitzt sich weiter zu. Es muss jetzt gehandelt werden! Zum anderen scheint Qualität kein entscheidender Faktor bei der Rekrutierung zu sein. Angesichts der beispiellosen Transformation auf dem Arbeitsmarkt, der enormen gesellschaftlichen Aufgabenstellungen sowie der zunehmenden sozialen Herausforderungen, mit denen sich auch liechtensteinische Schulen konfrontiert sehen, ein fahrlässiges Verhalten. Es genügt im 21. Jahrhundert nicht mehr, Stellen im Klassenzimmer zu besetzen, damit die Kinder und Jugendlichen einfach beaufsichtigt sind. Bildung ist unsere einzige, folglich wichtigste Ressource. Es braucht dringend kompetentes und engagiertes Lehrpersonal, ­welches sich für die Zukunft dieses Landes mitverantwortlich zeigt – keine Lohnbezüger. Insbesondere den leistungsschwächsten Schülerinnen und Schülern gehören die besten der besten Lehrpersonen an die Seite gestellt. Wann sprechen wir im Bildungswesen endlich über Qualität?
Kevin Alexander Beck, Churer Strasse 107, Nendeln

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