Leserbrief

Kriegsverlängernde Forderung nach schweren Waffen

Dipl. Ing. Wolfgang Luther, Jedergass 99, Gamprin | 9. Juni 2022

Zum Artikel «Nun versuchen die DpL den Putin-Spagat», erschienen im «Vaterland» am 2. Juni:
Die Behandlung der Voten der beiden DpL-Abgeordneten im vorgenannten Beitrag ist ein Musterbeispiel der fehlenden Verantwortung für eine objektive Berichterstattung, die auf begründete Argumente ohne moralische Vorverurteilung eingehen müsste.
Dass die Besorgnisse der beiden Abgeordneten mehr als begründet sind, zeigt die letzte Entwicklung im Ukrainekonflikt: Durch die substanzielle militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine, das heisst in jedem Fall Aufgabe der Neutralität und die faktische Übernahme der Position einer Konfliktpartei, wird gerade das bewirkt, was vermieden werden sollte, eine Eskalation der militärischen Auseinandersetzung, die das Potenzial eines Weltkriegs in sich trägt.
Der aufmerksame Zeitgenosse musste kein Putinversteher oder Kremlastrologe sein, um zu begreifen, dass nach einer hoffnungsvollen Etappe der Abrüstungsvereinbarungen in den 90er-Jahren ganz andere geopolitische Zielsetzungen verfolgt wurden, die entgegen den vereinbarten Intentionen einer europäischen Sicherheitsarchitektur zur NATO-Osterweiterung und damit wachsenden Spannungen mit Russland führen mussten.
Die jetzige Auseinandersetzung hat eine lange Vorgeschichte, die sich erwiesenermassen nicht für Verschwörungstheorien eignet und auch diesen Agressionsakt nicht rechtfertigt.
Die nun lautstarke, kriegsverlängernde Forderung nach Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine unter Inkaufnahme einer Eskalation zu einer ungewollten atomaren Auseinandersetzung mit Millionen Toten kann jedenfalls nicht der Weg aus der Sackgasse sein, in die sich beide Seiten manövriert haben. Die Integration der Ukraine in die zunehmend durch fortwährende Einengung demokratischer Grundrechte und nationaler Selbstbestimmungsrechte zum Völkergefängnis mutierende EU und unter das Dach einer nicht zweifelsfrei defensiv agierenden NATO würde diesen Opfergang allerdings nicht rechtfertigen.
Der einzige sinnvolle Weg kann nur ein Verhandlungsfrieden unter beiderseitiger Akzeptanz der Sicherheitsinteressen und der territorialen Integrität in Form eines multilateral garantierten Neutralitätsstatus für die Ukraine sein. Hoffen wir, dass dieser Alptraum endlich zu einer Vernunftlösung führt. Die vielen Menschen das Leid dieses Krieges erspart.

Dipl. Ing. Wolfgang Luther, Jedergass 99, Gamprin

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