Leserbrief

Russland, der Terrorstaat

Anton Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen | 4. Juni 2022

Wir leben in einem Staat, in dem Rede- und Pressefreiheit noch möglich sind.
Schön über 100 Tage wütet der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Von Teilen der EU-Bewohner, die als friedlich bezeichnet werden, werden sehr viele, namentlich genannte Personen, mit der Lieferung von «schweren Waffen» an die Ukraine in bejahendem Sinn verstanden. Russland soll laut Selenskyi weltweit als Terrorstaat eingestuft werden. Alles soll man dem Selenskyi nicht glauben, auch vor circa 90 Jahren haben auch nicht alle alles geglaubt. Wenn Repressalien zu erwarten sind, hält die Mehrheit den Mund.
Dieser Krieg wird völkerrechtlich als illegal bezeichnet, was ich auch sagen oder gar unterschreiben würde. Beschämend, belähmend und enttäuschend ist aber, dass die Presse in der EU, die mit Hunderten von Millionen Euro unterstützt wird, mit keinem Satz daran erinnert, dass die NATO genau die gleiche, illegale Bombardierung des Kosovo gemacht hat (1999), also Menschen, Frauen und Kinder getötet hat. Es waren keine Feinde, es war 1:1 genau das gleiche illegale Morden.
Die Lieferung schwerer Waffen ist eine bewusste Verlängerung dieses Krieges, Tausende Ukrainer und Russen werden ihr Leben lassen müssen je länger der Krieg dauert. Im «Spiegel» habe ich am 8. März 2022 das folgende Zitat von Thomas Fischer gelesen: «Die Ukraine sollte am besten kapitulieren, dann blieben alle am Leben, denn einen nicht gewinnbaren Krieg zu führen, ist ­unter Umständen ausserordentlich mutig, kann aber sehr falsch sein.»
Im sicheren Ort lebend hat man ­gerne prickelnde Berichte aus allen Medien, wenn es sich um sportliche Erfolge handelt freuen sich sehr viele, bei gewissen anderen persönlichen Erfolgen ist das Nachdenken und vor allem das Mitdenken sinnvoll. Also können wir, fast alle, über die Eigenschaften von Putin reden, bzw. nachsprechen, die meisten sind gleicher Meinung.
Die NATO-Grössen, die im Kosovo gebombt und Frauen und Kinder ­getötet und zerfetzt haben, kennen wir nicht, man will es nicht oder man darf das nicht.
Vielleicht hätte ich den Titel anders wählen sollen, «wenn zwei das ­Gleiche tun, ist es nicht das ­Gleiche». Das hat jede Person schon­ ­x-Mal persönlich selber erlebt.

Anton Marxer, St. Martins-Ring 54, Eschen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung