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Leserbrief

Abtreibungsverbot in den USA

Arbeitsgruppe Inklusion der Freien Liste | 19. Mai 2022

In den USA droht der Supreme Court unter dem Einfluss religiöser Fanatiker das Recht auf Abtreibung zu kippen. Der Schock in den USA ist gross. Auch in Liechtenstein sind viele Frauen und Männer empört und schockiert darüber, dass die USA damit die Rechte von Frauen so stark beschneiden und ihre Sicherheit gefährden wollen. In den USA würde bei einem Abtreibungsverbot nicht weniger oft abgetrieben. Tatsächlich wäre sogar das Gegenteil der Fall, da weniger Frauen eine ausgewogene Beratung erhalten und sich dann für das Kind entscheiden würden. Zudem würde durch ein Verbot die Sterberate von Frauen durch Abtreibungen steigen, da vor allem ärmere Frauen aufgrund der Illegalität keine medizinischen Spezialisten beiziehen könnten und zu unsicheren Methoden greifen müssten.
Bei der Diskussion wird vergessen, dass in Liechtenstein seit eh und je ein Abtreibungsverbot gilt. Was im Fall der USA schockiert, wird hierzulande einfach mit einem Schulterzucken akzeptiert. Das liegt vor allem daran, dass bei uns das Verbot keine so prekären Auswirkungen in der Praxis hat wie in den USA. Für Liechtensteinerinnen ist es möglich, im nahen Ausland eine Abtreibung in einer sicheren Umgebung zu erhalten. Die Kosten sind mit bis zu 3000 tragbar.
Aber was sagen wir als Gesellschaft damit aus, wenn wir Frauen das Recht auf Selbstbestimmung über ihren Körper verbieten? Es ist Zeit, diese Diskussion auch in Liechtenstein weiterzuführen — sachlich, faktenbasiert und ohne religiöse Verblendung.

Arbeitsgruppe Inklusion der Freien Liste

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