Leserbrief

Gratis ÖV – Wahlversprechen

Franz Schädler, Rossbodastrasse 27, Triesenberg | 4. Mai 2022

Seit 2020 hat Luxemburg landesweit den Gratis-ÖV eingeführt.
Staaten wie Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich etc. bereiten zurzeit Gesetze vor oder diskutieren zumindest über Steuerreduktionen auf Treibstoffpreise zur Entlastung ihrer Bürger.
In Liechtenstein ist dies aufgrund des Zollvertrages mit der Schweiz nicht möglich. Durch die Einführung des Gratis-ÖV gäbe es aber für Schüler, Jugendliche, Familien, bis hin zu den Rentnern eine tolle Entlastung des Geldbeutels.
Sogar für den Umweltschutz wäre das eine gute, wertvolle Aktion, da bei den hohen Treibstoffpreisen vermehrt der ÖV benutzt würde.
Einzelne VU-Politiker erklären seit Jahren, sie könnten sich einen Gratis-ÖV in Liechtenstein ebenfalls gut vorstellen. Im Wahlprogramm 2021 schreibt die VU unter anderem «Verstehen was es braucht» – «Tun was man sagt».
Im Wahlprogramm 2021 der FBP lasen wir: «… soll der ÖV für Kinder und Jugendliche kostenlos werden. Warum nicht gleich für alle?»
Warum wird das nicht unverzüglich umgesetzt? Wer sträubt sich dagegen? Ist es die LIEmobil, oder gar die Regierung?
Die Koalitionsparteien könnten hier endlich ihre Wahlversprechen einlösen. Angesichts der zum jetzigen Zeitpunkt horrenden Treibstoffpreise wäre der Zeitpunkt überfällig. Der Staat finanziert die LIEmobil heute schon jährlich mit circa 14 Millionen Franken. Laut Informationen im Landtag würde ein Gratis-ÖV für alle zusätzlich circa 3,5 Millonen Franken kosten und das sollte uns das wert sein.
Durch den Wegfall des Kassierens und der Kontrollen könnten die Wagenführer entlastet und die Fahrzeiten effizienter gestaltet werden. Personal könnte eingespart werden.
Die diskriminierende, schikanöse Zoneneinteilung würde endlich eliminiert.
Finanziell sollte die ganze Aktion absolut verkraftbar sein. Der durchschnittliche Überschuss der Landesrechnung der letzten drei Jahre betrug 285 Millionen Franken.
3,5 Millionen Franken Mehrkosten für den Gratis-ÖV für alle wären somit ca. 1,2 Prozent des jährlichen durchschnittlichen Überschusses. Der Überschuss der Landesrechnungen der letzten Jahre ist auf die Sparmassnahmen zur Sanierung des Staatshaushaltes und teilweise Erhöhungen bei Abgaben entstanden, die die Bevölkerung mitgetragen hat.
Jetzt könnte ein minimaler Anteil an die Bevölkerung zurückgegeben werden, denn diese Millionenüberschüsse gehören nicht der Regierung, sondern dem sparsamen Volk, das in der Vergangenheit alle einschneidenden Massnahmen mittragen musste.

Franz Schädler,
Rossbodastrasse 27, Triesenberg

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