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Leserbrief

Kitabetreuung ist keine Privatsache

Arbeitsgruppe Inklusion der Freien Liste | 7. April 2022

Viele berufstätige Eltern sind auf eine durchgehende Betreuung ihrer Kinder während des Sommers angewiesen. Sie haben dieses Jahr ein grosses Problem: Die Sommerkita bietet keine Betreuung an. Regierungsrat Manuel Frick argumentiert im Interview mit dem «Volksblatt» vom 31. März, das sei das privatwirtschaftliche Problem des Vereins Kindertagesstätten. Und es gebe ja Alternativen zur Sommerkita, z. B. andere Betreuungseinrichtungen in Liechtenstein oder das Caritas-Lager. Das sind aber keine echten Alternativen: Kitaplätze lassen sich nicht mal so eben schnell organisieren. Und für Babys und Kleinkinder unter sechs Jahren ist ein Lager keine Option. Zum anderen zeigt die Argumentation, wie wenig sich der Staat in Bezug auf die ausserhäusliche Kinderbetreuung in der Verantwortung sieht.
Kitas leisten einen zentralen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und erfüllen im Bereich der Frühförderung auch einen wesentlichen Bildungsauftrag. Aus diesen Gründen ist eine ausreichende finanzielle Absicherung der Kitas eine zentrale staatliche Aufgabe. Nur wenn die Kitas genügend finanzielle und personelle Ressourcen haben, können sie eine professionelle Betreuung gewährleisten. Viele Studien weisen zudem nach, dass die staatliche Subventionierung der Kitas den Staat letztlich durch die erhöhten Steuereinnahmen der berufstätigen Eltern unter dem Strich finanziell nicht belastet, sondern entlastet. Es ist beschämend, dass der Verein Kita durch das neue Tarif- und Finanzierungsmodell in finanzielle Engpässe rutscht und sein Angebot reduzieren muss. Wir plädieren für ein Subventionierungsmodell, das einen staatlichen Sockelbeitrag pro Betrieb und bewilligter Plätze vorsieht, damit die Kitas Planungssicherheit haben und auf zeitweilige tiefe Auslastung oder unvorhergesehene Ereignisse adäquat reagieren können. Mit gutem Beispiel voran geht hier die Gemeinde Schaan (siehe «Volksblatt» vom Mittwoch, den 6. April, Seite 5, Anm. d. Red.). Der Gemeinderat hat jetzt beschlossen, jährlich eine Vorauszahlung an die Kita zur Verfügung zu stellen, um Liquiditätsengpässen vorzubeugen.

Arbeitsgruppe Inklusion
der Freien Liste

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