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Leserbrief

Wie ernst ist es uns?

Fraktion der Freien Liste | 26. März 2022

Klimaneutralität, CO2-Reduktion, erneuerbare Energien – Begriffe, die seit Langem auch in Liechtenstein in aller Munde sind. Diese müssen nun endlich mit überzeugend wirksamen Massnahmen und dem notwendigen Tempo in die Wege geleitet werden. Wegzukommen von fossilen Energieträgern ist ein überfälliges Gebot der Stunde, aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen. Will sich Liechtenstein für die Zukunft in der Energieversorgung unabhängiger aufstellen und für Krisen besser gewappnet sein, sind wir gefordert, mit enkeltauglichen Konzepten unsere regionale Energiegewinnung voranzutreiben. Enkeltauglich bedeutet nicht, dass alles, was kurzfristig dem Zweck dient und technisch machbar wäre, auch als Mittel genutzt werden darf. Wenn wir es ernst meinen mit einer regionalen Energiewende, dann müssen wir jetzt bereits vorhandene und rasch umsetzbare Technologien sinnvoll nutzen. Dabei sollen diese möglichst ressourcenschonend, nachhaltig und zukunftstauglich sein. Aus unserer Sicht bietet die Photovoltaik für Liechtenstein alle diese Vorteile und generiert somit eine nachhaltige win-win Situation für Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Freie Liste fordert deshalb, dass sämtliche geeigneten Flächen von Nicht-Wohnbauten wie auch von Wohnbauten verpflichtend mit Photovoltaik ausgerüstet werden. Gerade die Industrie- und Dienstleistungsbauten verfügen über sehr grosse Dachflächen. Mit einem markanten Zubau von Photovoltaik auf Nicht-Wohnbauten könnte die heimische Stromproduktion gesteigert und rund 20 Prozent des täglichen Strombedarfs abgedeckt werden. Die Produktion würde tagsüber stattfinden, also dann, wenn der höchste Stromverbrauch anfällt. Photovoltaik-Anlagen bedeuten eine Wertsteigerung des Gebäudes und bieten einen Imagegewinn für die Unternehmen, da Klimaschutz und der Wunsch nach Veränderungen zentrale Anliegen der zukünftigen Generationen sind. Liechtensteins Häuslebauer/-innen, die per 31.12.2020 rund 17 850 MWh Strom auf ihren Dächern produzierten, schöpfen damit 13 Prozent des möglichen Potenzials aus. Würden die Dächer aller Wohnbauten mit einer Photovoltaik Anlage bestückt, könnten mit möglichen 132 000 MWh rund 30 Prozent des liechtensteinischen Stromverbrauchs im Inland produziert werden. Eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 10kWp kostet nach Abzug der Förderung von Land und Gemeinde derzeit ca. 7000 Franken. Wenn es uns ernst ist mit der regionalen Energiewende, dann müssen wir uns die zusätzlichen Kosten für eine Photovoltaikanlage in Höhe von 0,7 – 1,0 Prozent, gemessen an der gesamten Bausumme eines Hauses, leisten. Um das Ziel, Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, muss die Umsetzung einer Photovoltaik-Strategie beschleunigt werden und verpflichtend sein. Wer fordert muss auch fördern, in diesem Sinne sind auch Land und Gemeinden weiterhin angehalten, die notwendigen Fördergelder zur Umsetzung dieser Massnahmen und zur Erreichung der Klimaziele zur Verfügung zu stellen.

Fraktion der Freien Liste

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