Leserbrief

Wir sind wem aufgesessen?

Loretta Federspiel, Werthsteig 9, Mauren | 9. März 2022

Lügnern und Verbrechern – da hat der Leserbriefschreiber aus Mauren recht (siehe «Volksblatt» vom Samstag, den 5. März; Anm.). Nur, jeder Mensch blickt anders auf die Welt. Um diese Sicht etwas zu ergänzen und die Waage des Bösen etwas im Gleichgewicht zu halten, sei dem Verfasser und andern die Lektüre des Buches «Imperium USA, die skrupellose Weltmacht» von Daniele Ganser empfohlen (ach so, fast vergessen, auch so ein Verschwörer). Man braucht sich ja nicht gleich stundenweise zu überfordern, sondern kann es irgendwo aufschlagen, z. B. S. 241. «Der deutsche Journalist Udo Ulfkotte fand heraus, dass ein Teil des Giftgases, das von Diktator Hussein eingesetzt wurde, aus Deutschland kam und dass die USA den Einsatz von Giftgas unterstützten.» Es wurde ihm verboten, die grauenhaften Fotos an den «Stern» weiterzugeben. In den deutschen Medien wurden die Verbrechen von Saddam Hussein, den «die CIA erschaffen hat», wie der damalige CIA Station Chief in Bagdad bestätigte, vertuscht, um die USA nicht zu brüskieren. Ein anderes Beispiel, die Iran-Contra-Affäre: Präsident Reagan lieferte Waffen an den verfeindeten Iran und finanzierte mit dem Geld die sog. Contras in Nicaragua und damit «systematische Entführungen, Folter, Vergewaltigungen und Ermordung von Zivilisten» (ARD-Bericht). Die blutige Spur der NATO zieht sich durch den Jugoslawienkrieg, 1999, einem «illegalen Angriffskrieg» (WDR). 2011: Auch Libyen wird von den USA in einem illegalen Angriffskrieg bombardiert. 2014: In der Ukraine stürzt die CIA Präsident Wiktor Janukowytsch und Ministerpräsident Nikolai Asarow. Es existiert seit dem 26. Juni 1945 ein UNO-Gewaltverbot. Erstmals wurde Krieg als Mittel der internationalen Politik verboten. «Wir haben für jedes Verbrechen Putins eine Entschuldigung und Erklärung gefunden …», «wir haben weggeschaut …», ja, haben wir, während wir dank des russischen Gases in der warmen Stube sassen und russischen Zupfkuchen, pardon, einfach Zupfkuchen, assen. Die Welt benimmt sich nicht besonders schön. Es könnte auch anders sein. Die bösen Taten des einen werden nicht besser, wenn man sie mit den bösen Taten des andern vergleicht, aber an einer Gift- und Gallespritze aus einem Winkel unseres Landes heraus wird sie gewiss nicht gesunden.

Loretta Federspiel,
Werthsteig 9, Mauren

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