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Leserbrief

Wegfall der Franchise

Reinhold Zanghellini, Bardellaweg 24, Schaan | 5. Februar 2022

Grundsätzlich geht der Vorschlag der DPL zur Befreiung von der Franchise für Versicherte, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben, in die richtige Richtung. Das ist meiner Meinung nach aber nur ein Teil der angestrebten Entlastung der Rentner und Pensionisten. Hintergrund dieser Initiative ist vermutlich der Gedanke, dass diese Gelder nicht exportiert werden können und somit nur für inländische Rentner eine Unterstützung sind. Das ist sicher kein schlechter Ansatz, jedoch darf man nicht vergessen, dass auch die ausländischen Arbeitnehmer, vor allem die Grenzgänger aus Oesterreich, ihre Steuern in Liechtenstein abliefern und somit den Wegfall der Franchise indirekt mitfinanzieren. Darum sollte der Wegfall der Franchise im Zusammenhang mit der Anpassung der Renten gesehen werden und diese Anpassung auch weiterhin vorangetrieben werden, von der dann natürlich alle Rentenbezüger profitieren können. Denn auch die im Ausland lebenden AHV-Bezüger haben ihren Beitrag an die AHV geleistet und damit auch das Recht, im Alter eine entsprechende Rente zu erhalten und gegebenenfalls auch von einer Anpassung zu profitieren. Der Wegfall der Franchise für die inländischen Rentner kann somit nur als zusätzlicher Ausgleich zu den höheren Lebenshaltungskosten in Liechtenstein gegenüber dem angrenzenden Ausland angesehen werden und wäre somit meiner Meinung nach auch legitim und notwendig. Ich persönlich kann dem Vorschlag der DPL durchaus etwas abgewinnen, jedoch sollte dieser Vorschlag, wie schon erwähnt, Teil eines Pakets einer dringend notwendigen Anpassung der Renten sein und nicht als Einzelmassnahme gesehen werden.
Jedoch verstehe ich die Annahme der DPL nicht, dass die Krankenkassenprämien aufgrund von positiven Effekten aus dieser Gesetzesänderung minimal günstiger werden sollen. Hier sehe ich eher das Gegenteil, weil bei Wegfall der Franchise das Damoklesschwert der zusätzlichen Kostenbeteiligung nicht mehr über einem hängt und der Gang zum Arzt somit wieder befreiter sein wird.
Allerdings bin ich der Meinung, dass sich eigentlich unsere Volksvertreter, also der hohe Landtag, damit beschäftigen und auch die entsprechenden Schritte und Massnahmen auf den Weg bringen sollte, auch wenn sich verschiedene Landtagsabgeordnete damit etwas schwer tun. Ob eine Volksinitiative das gewünschte Ergebnis bringen wird? Da bin ich eher skeptisch.

Reinhold Zanghellini, Bardellaweg 24, Schaan

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