Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Kritik von links

Vorstand der Jungen Liste | 3. Februar 2022

Spätestens seit den Landtagswahlen 2017 haben die FL-Abgeordneten Patrick Risch und Georg Kaufmann wiederholt Albert Frick (FBP) zum Landtagspräsidenten und Gunilla Marxer-Kranz (VU) zur Landtagsvizepräsidentin gewählt. Auch dieses Jahr haben Risch und Kaufmann die beiden Kandidat/-innen der Grossparteien gestützt. Das kann die Junge Liste (JL) nicht unkritisch hinnehmen.
Nach den Turbulenzen in der Freien Liste (FL) letztes Jahr haben wir angekündigt, die FL künftig auch öffentlich von links zu kritisieren. Davon wurde uns oft abgeraten, da es allen nur schade, die «einzige Wahlalternative links der Mitte» öffentlich zu kritisieren. Doch wenn sich die Freie Liste in dieser Rolle sieht, muss ihre Landtagsfraktion auch dementsprechend handeln.
Die oppositionellen Abgeordneten Risch und Kaufmann müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie – zumindest von uns – nicht gewählt wurden, um im Landtag Abgeordnete der bürgerlichen Regierungsparteien VU/FBP ohne politisches Gegengeschäft zu Amt und Würden zu verhelfen. Dass sie genau das mit ihrer Wahl von Albert Frick und Gunilla Marxer-Kranz getan haben, irritiert uns zutiefst.
Vor einem Jahr hatte die Freie Liste richtigerweise angekündigt, keine Regierung zu wählen, an der sie nicht beteiligt ist. Nun können wir uns nicht mehr sicher sein, ob die FL-Fraktion bei der damaligen (geheimen) Wahl wirklich Wort gehalten hat. Oder, ob bürgerliche Regierungsrät/-innen mit Stimmen der FL gewählt wurden.
Weiter irritiert es, dass Kaufmann und Risch noch vor einem Jahr für einmal richtigerweise weder Herrn Frick noch Frau Marxer-Kranz an die Spitze des Landtages gewählt haben. Was sich im vergangenen Jahr geändert haben sollte, erschliesst sich uns nicht.
Für die Junge Liste hat die politische Sache immer Priorität. Wir sehen die Aufgabe sowohl der JL als auch der FL darin, den politischen Rahmen Liechtensteins nach links zu verschieben. Wir hoffen, dass sich die Freie Liste, insbesondere auch die Herren Risch und Kaufmann, dem kommentarlos anschliessen können.
Aus der Opposition heraus die Regierungsparteien zu hofieren, bringt uns dabei aber keinen Schritt weiter. Zukünftige Zugeständnisse dieser Art an das bürgerliche Lager wären fatal. Jedenfalls muss die Freie Liste künftig für die Wahl einer/-s (Vize-)Landtagspräsident/-in mindestens erkennbar ein politisches Gegengeschäft einfordern.

Vorstand der Jungen Liste

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung