Leserbrief

Zerstörung durch Gleichmacherei

Urs Kindle, Runkelsstrasse 17, Triesen | 27. Januar 2022

Der Theologe Dr. Günther Boss hielt am 20. Januar ein Referat im Schaaner Kloster St. Elisabeth. Das Erstaunliche dabei: Boss, der sich Katholik nennt, wäre bereit, die katholische Kirche (via Mandatssteuer) bluten (bzw. verbluten?) zu lassen.
Wie schickt man die katholische Kirche den Bach runter? Indem man die anderen Glaubensgemeinschaften stärkt. Eine Schwächung der katholischen Kirche würde der heranrollenden, fatalen UNO-Mischmasch-Welteinheitsreligion (die alle Religionen zu einer einzigen verschmelzen soll) den Weg ebnen.
Zahlreiche Heilige haben unter grössten Mühen und nicht selten als Blutzeugen uns und der Welt die Wahrheit Jesu Christi gebracht. Und wie danken wir es ihnen heute in Liechtenstein? Indem wir die (während Jahrhunderten gewachsene) christlich-katholische Kultur in nur wenigen Jahren durch eine zeitgeistliche, heuchlerische «Gleichmacherei» zerstören lassen?!
Respekt gegenüber Andersgläubigen? Ja, klar – aber bitte nicht auf Kosten der katholischen Kirche. Denn: Der katholische Glaube ist seit Jahrhunderten das Herzstück unseres Wertesystems. Man halte sich gerade auch unsere Kirchen und (u. a. Marien-)Kapellen vor Augen. Man denke an die göttlichen (!) Sakramente (Taufe, Hostien = Leib Christi etc.) Und nicht zu vergessen: die Segnung des ganzen Landes durch Pfarrer Johannes Tschuor während des Anschlussputsches vom 24. März 1939 mit der Schutzmantel-Madonna bei unserer Marienkapelle von Dux.
Dementsprechend: Der Historiker Prof. Dr. Peter Geiger hält fest, welch löbliche Rolle unsere Kirche zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielte: «Die den Nationalsozialismus ablehnende Haltung der gesamten [!] liechtensteinischen Geistlichkeit hatte zweifellos eine bedeutende Ausstrahlung in der Bevölkerung» («Kriegszeit», Band II, S. 49, 2010).
Frage also: Wo bleibt unsere Dankbarkeit und Standhaftigkeit heute?!
Falls gewisse Verantwortliche die katholische Kirche in Liechtenstein schwächen, so werden sie das ­meines Erachtens irgendwann vor unserem lieben Herrgott ­verantworten müssen.

Urs Kindle, Runkelsstrasse 17, Triesen

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