Leserbrief

Für wie dumm hält man uns?!

Urs Kindle, Runkelsstrasse 17, Triesen | 20. Januar 2022

Lieber Amos Kaufmann, du legst in deiner Leserbrief-Replik vom 15. Januar deine Sicht der Dinge dar. Du beziehungsweise ihr (der Verein der Gleichgeschlechtlichen, «Flay») tut jetzt so, als ob ihr nicht schon von vornherein beabsichtigt hättet, die Homo-Partnerschaftsabstimmung letztlich als Sprungbrett zur Einführung der (Stief-)Kindadoption zu verwenden.
In einem Leserbrief vom 14. Juni 2012 hatte ich folgende Feststellung der damaligen CVP-Nationalrätin Ruth Humbel erwähnt: Das Partnerschaftsgesetz [in der Schweiz] habe damals «nicht zuletzt aufgrund des Adoptionsverbots eine Mehrheit erzielt» (20min.ch, Jessica Pfister, 23. Februar 2012). Ja – und genauso war’s in Liechtenstein.
In meinem Leserbrief vom 4. Juni 2011 (also bereits vor der Abstimmung bezüglich Homo-Partnerschaftsgesetz in Liechtenstein!) hatte ich folgendermassen warnend aus der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) vom 27. Januar 2008 zitiert: «Die Adoption [in der Schweiz] wurde aus taktischen Gründen ausgeklammert, um die Vorlage an der Urne nicht zu gefährden.»
Jene meine Darlegung der unlauteren Vorgangsweise in der Schweiz hätte in Liechtenstein eine entsprechende Täuschung unseres Stimmvolkes verhindern sollen. Doch leider liess sich auch Liechtensteins Stimmvolk von dem heuchlerischen Argument der Gleichgeschlechtlichen («Es geht doch einzig ums Partnerschaftsgesetz») hinters Licht führen, also zum Ja verleiten.
Am 7. Juni 2011 – also ebenfalls bereits vor der Abstimmung zum Partnerschaftsgesetz – hatte ich in einem weiteren Leserbrief gewarnt: «Verantwortungslos, wenn das liechtensteinische Stimmvolk etwa den Fall Schweiz oder ähnliche Entwicklungen in anderen Ländern ignoriert. Diese zeigen: Eine Annahme des Partnerschaftsgesetzes kommt einem irreparablen Dammbruch (u. a.) Richtung Adoption gleich.» – Ja, leider kam es so wie vorhergesagt.
Liebe Politiker, ihr werdet nicht sagen können, man habe von allem nichts gewusst. Wir zählen auf euer Rückgrat. Den Weg des geringsten Widerstands zu gehen macht nicht glücklich – und bringt keine Erfüllung.

Urs Kindle, Runkelsstrasse 17, Triesen

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