Leserbrief

Billige Polemik und Stimmungsmache

Bernhard Frommelt, Tanzplatz 10, Schaan | 2. Dezember 2021

In ihren zahlreichen Leserbriefen reden die Herren Näscher und Broggi im Zusammenhang mit der heutigen Forstwirtschaft gerne von Raubbau, Holzweg, Ignoranz oder Faktenleugnung. Zu der Zeit, als die beiden noch aktiv im Berufsleben standen, war scheinbar alles noch in bester Ordnung.
Wenn man Näschers Artikel im jüngsten Seniorenmagazin «60plus» liest, könnte man das meinen. Dort bezichtigt er seine Nachfolger, eine gegenüber unseren Nachbarn mindestens um das Vier- bis Achtfache (!) aufgeblähte Forstwirtschaft zu betreiben. Natürlich mit daraus resultierendem irreversiblen Schaden. Meine Nachfrage beim zuständigen Amt hat ergeben, dass heute in den Forstbetrieben von Gemeinden und Land insgesamt 46,8 Stellenprozente besetzt sind. In den letzten zwei Jahren vor Näschers Pensionierung im Jahre 2012 waren es im Durchschnitt 46,5 Stellenprozente. Macht einen Unterschied von 0,3! Da erübrigt sich eigentlich jede weitere Diskussion. Ich möchte hier daher nur noch anführen, dass ich nicht wenige dieser Waldarbeiter persönlich kenne und diese im Arbeitsalltag als sehr fleissig, kompetent und hilfsbereit wahrnehme.
Nichts anderes als billige Polemik und Stimmungsmache erkenne ich auch in der Behauptung, dass das im Land geerntete Eschenholz lediglich verbrannt wird. Die Esche ist eine Holzart, die in unserer Schreinerei seit jeher zum Einsatz kommt. Dank guter Zusammenarbeit mit dem Verein Holzkreislauf können wir dabei seit vielen Jahren auf Holz aus heimischen Wäldern zurückgreifen. Dieses verarbeiten wir grösstenteils zu Fenstern, Türen und Möbeln. Bei der Durchsicht aller abgerechneten Aufträge der vergangenen 10 Jahre komme ich auf knapp 6 Millionen Franken, die wir, wohlgemerkt nur in unserem Betrieb, in Eschenholz ausgeführt haben. Im Moment ersetzen wir einen Teil der Fenster im Schulzentrum Mühleholz. Diverse Ämter (Bauamt, Umwelt, Denkmalschutz), Architekten und Organisationen haben sich dafür stark gemacht, dass das in heimischer Esche gefertigt wird.
Im Übrigen wird auch in unserer Firma tatsächlich Holz verbrannt. Und zwar in Form von gepresstem Sägemehl und Spänen, die uns dazu dienen, unsere zwei Betriebe inklusive Büro sowie drei Privathäuser mit Wärme zu versorgen. Liechtensteiner Holz scheint mir in jedem Fall nachhaltiger zu sein, als arabisches Öl oder Gas aus Russland.

Bernhard Frommelt, Tanzplatz 10, Schaan

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