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Leserbrief

Fragwürdiger Beginn der Auffrischungsimpfung

Willy Marxer, Spiegelstrasse 103, Ruggell | 18. November 2021

Mein Beitrag zum Leserbrief von Karl Jehle, erschienen im «Volksblatt» vom 17. November: Auch ich wollte mit meinem Ärger zum fragwürdig angesetzten Booster-Impfbeginn nicht an die Öffentlichkeit. Ich griff zum Telefonhörer. Als mich die «Dame» aber nicht ausreden liess, schickte ich kurzerhand am 10. November folgendes E-Mail in Richtung Regierung und Gesundheitsamt:
«Sehr geehrte (…). Der Zeitung von Mittwoch, den 10. November, entnehme ich, dass ich (74) die dritte Impfung gegen Covid-19 erst circa Anfang 2022 bekommen kann. Dies, derweil in Deutschland und Österreich die Auffrischungsimpfungen bereits viel früher und schon rege angelaufen sind. Trotzdem werfen dort Fachärzte, Wissenschaftler und oppositionelle Politiker/-innen ihrer Regierung vor, viel zu spät auf hochansteckende Virusvarianten und auf die Risiken der kühleren Jahreszeit reagiert zu haben. Steigende Fallzahlen bestätigen dies leider. Und bei uns? Haben wir nicht dieselbe Pandemie und das gleiche Gesundheitsrisiko? Hierzulande herrscht diesbezüglich – so scheint es – geradezu stoische Gelassenheit; wieder einmal! Ich erinnere dabei an die bei uns lange angezweifelte Schutzwirkung von Masken und deren Einführungspflicht lange nach Deutschland und Österreich. Vermutlich mit hohem Preis an Gesundheit und Leben. Bitte erklären Sie mir, warum wir als sonst relativ effizient handelnder Kleinstaat, gerade in dieser wichtigen Disziplin, schon wieder zwei Schritte hinter unseren Nachbarstaaten Deutschland und Österreich zurückliegen. Und sagen Sie mir bitte nicht, dass wir in dieser Sache halt von der Schweiz oder sonst von jemandem abhängig sind – ich kann’s nicht mehr hören!»
Dass mir das Amt darauf umgehend geantwortet hat, ist positiv, erstaunt mich aber nicht weiter, denn wir haben ja als Kleinstaat eine effizient handelnde Verwaltung. Jedoch war die Rechtfertigung ebenso enttäuschend für mich, wie für Karl Jehle auf sein Schreiben hin. Beide Antworten fast gleichlautend, quasi als zeitsparende Standardantwort, entnommen aus den amtlichen Briefvorlagen. Damit fühlt sich kein besorgter Bürger ernst genommen. Dagegen wäre eine amtliche Information der Bevölkerung, dass Liechtenstein jetzt mal als erstes Land auf Anzeichen ansteigender Tendenzen rechtzeitig und selbstständig handelt – tja! – das wär doch mal ein echt beruhigender Fortschritt.

Willy Marxer, Spiegelstrasse 103, Ruggell

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