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Leserbrief

Obermayer-Replik

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 15. November 2021

Norbert Obermayer schreibt im «transparent», die Parteizeitung der DPL (Demokraten pro Liechtenstein), dass die Generation 60plus sich gefallen lassen muss, eine Welt mit aufgebaut oder zugelassen zu haben, die der Glaube an eine gute Zukunft verbaut hat. Das ist ein massiver Vorwurf an die Liechtenstein-Generation 60plus. Die Forderung nach mehr Photovoltaik und Windnutzung, um die Stromversorgungslage für Liechtenstein zu erhöhen, ist zweifelsohne zutreffend. Auch eine neuerliche Diskussion über die Nutzung des Rheins zur Stromproduktion. Dann aber nicht nach veralteten Lehrbüchern mit Kaplanturbinen! Alle diese Forderungen wurden vor rund 30 Jahren vom ehemaligen Verwaltungsrat der LKW geschnürt. Auf den Dächern der LKW, LLB und VPB sind für damalige Verhältnisse recht grosse PV-Anlagen installiert. Der Liechtenstein-Stand an der EXPO 2000 in Brüssel wurde mit liechtensteinischem PV-Strom versorgt, unter anderem von der PV-Rheinbrücke Bendern-Haag. Private Strombezüger der heutigen Generation 60plus engagierten sich für die PV. Die Generation 60plus hat die Windmessungen von Ruggell bis Balzers und ein Projekt lanciert. Der Vorwurf an die Generation 60plus ist unberechtigt. Im Rahmen der damaligen politischen Möglichkeiten wurde von der Generation 60plus ein beispielloser Start hingelegt. Es sind die heutigen 40- bis 60-jährigen, die nur ein müdes Lächeln für die Photovoltaik übrig haben. Die heutige Geschäftsleitung der LKW hat sich auf Atomstrom konzentriert und einen möglichen PV-Anteil verniedlicht, wie in verschiedenen öffentlich zugänglichen Publikationen geschrieben. Vor rund 50 Jahren stand in Rüti ein Atomkraftwerkbau im Vordergrund. Es war die heutige Generation 60plus, die den Bau verhinderte. Wir sind im Wandel von zentraler Stromversorgung (Atom-, Kohle und Wasserstrom) zu völlig dezentraler Stromversorgung, wo jeder Strombezüger gleichzeitig Stromverkäufer wird. Die vollumfängliche Koordination ist eine staatliche Aufgabe. Der gesetzliche, monopolistische Stromversorgungsauftrag an die LKW, inkl. Stromnotversorgung, sollte aufgehoben werden. Gemäss heutigen Betrachtungen kann die LKW diesen gesetzlichen Auftrag nicht mehr erfüllen.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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