Leserbrief

Wie im dekadenten Spätmittelalter

Othmar Züger, Aeulegraben 32, Triesen | 8. November 2021

Schon zum 26. Mal nun pilgerten Zehntausende Klimapolitiker, staatsangestellte Klimabeamten und Aktivisten von staatsalimentierten Organisationen zu ihrer Weltklimakonferenz, dieses Jahr ins schottische Glasgow. Die Wichtigen reisten mit über 400 Privatflugzeugen aus aller Welt an, die weniger Wichtigen mussten sich mit Linienflügen begnügen. Die ganz Wichtigen hingegen kamen samt Begleittross mit Grossflugzeugen, für US Präsident Biden gar eine ganze Flotte mit Transportflugzeugen für seine Helikopter und Begleitfahrzeuge. Laut Medien soll das Ganze 13 Millionen kg CO2-Emissionen verursacht haben, bei 25 000 Teilnehmern aus aller Welt muss viel eher von mindestens dem Doppelten an Emissionen ausgegangen werden. Was wohl noch aus all den Luxushotels dazukommt, die in ganz Schottland zu horrenden Preisen völlig ausgebucht waren, und dem Transportverkehr in verstopften Strassen Glasgows von und zu dieser Konferenz dazu kam?
Mit jeder dieser Klimakonferenzen überbietet man sich mit zukünftigen Katastrophen-Weissagungen und Forderungen zu Wohlstandsverzicht zur Rettung dieses Weltklimas. Diese Ansprachen verhallen aber weitgehend im Leeren dieser Konferenz, wegen Fernbleiben oder Einnicken der Teilnehmer, wie kürzlich bei US-Präsident Biden, meinen sie doch immer alle anderen ausser ihresgleichen, die sich einzuschränken haben. So entlarvt sich das Ganze immer mehr zu einem Treffen von Wichtigtuern, die mit ihrem Verhalten genau das Gegenteil tun, was sie von allen anderen, dem gemeinen Volk, fordern. Ein Verhalten wie dem Adels im dekadenten Spätmittelalter, der in Völlerei und Luxus lebte, während sie dem an Hunger darbenden Volk noch den Steuer-Zehnten abverlangten. Oder anders gesagt, dieses «Weltrettern»-Verhalten gleicht dem Saufen von «Wein» aus Kübeln, während sie dem Volk das «Wasser» zu rationieren reden, wobei dieses Volk deren «Wein» mit Steuern zu bezahlen hat.
Wo bleiben die Demonstranten gegen diese kaum zu überbietende Heuchelei an Klimakonferenzen.

Othmar Züger,
Aeulegraben 32, Triesen

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